220 Daß der Mensch sich nicht möge der Tröstung ?c.
habe. Darum, wenn ich's mit rechter Vernunft über-lege, so bin ich nicht des geringsten Trostes würdig.Aber du bist ein gütiger und barmherziger Gott, derdu nicht willst, dafi deine Werke umkommen, auf dasidu beweisest den Reichthum deiner Gütigkcit gegen dieGefäße der Barmherzigkeit, auch ohne alles eigeneVerdienst würdigest zu trösten deinen Knecht übermenschliche Weise. Denn deine Tröstungen sind nichtwie Menschengeschwätz (Ezcch. 33,1 l).
2. Was habe ich gethan, Herr, daß du mir einigenhimmlischen Trost möchtest ertheilen? Ich erinnere michnicht, etwas Gutes gethan zu haben, sondern allzeitzu Sünden geneigt und zur Besserung träge gewesenzu sein. Es ist wahr, und ich kann es nicht leugnen.Würde ich anders sagen, so stündest du wider mich,und es wäre Keiner, der mich vertheidigte. Was habeich verdient für meine Sünden, wo nicht die Hölleund das ewige Feuer. In Wahrheit bekenne ich, daßich würdig bin alles Spottes und aller Vcrschmähung,und es geziemet sich nicht, daß ich unter deinen From-men erwähnet werde. Und ob ich gleich Solches nichtgerne höre, so will ich dennoch wider mich der Wahr-heit halben meine Sünden verklagen, auf daß ichdesto leichter würdig werde, deine Barmherzigkeit zuerflehen.
3 Was soll ich sagen, ich verklagter Missethäter,