Von Erinnerung an die mannichfaltigcn Wohlthaten -c. 153
Dieser weniger und Jener mehr hat; nicht uns, son,dern dir gebühret es, dieß zu entscheiden, bei welchemauch eines Jeden Tugend und Lohn bestimmt ist(Matth.25, 14 — 30).
4. Derhalbcn, Herr Gott, achte ich es auch füreine große Wohlthat, nicht viel zu haben, davonäußerlich und vor den Menschen Lob und Ehre zuerwarten ist, so daß, wenn Einer die Armuth undGeringheit seiner Person betrachtet, er nicht nur keineBeschwerniß, oder Traurigkeit oder Kleinmüthigkeitdaraus schöpfet, sondern vielmehr großen Trost undHeiterkeit; dieweil du, Gott, die Armen und Niedrigen,und die in dieser Welt verachtet sind, dir erwählethast zu Bertrauten und Hausgenossen. Deß sindZeugen deine Apostel selbst, die du zu Fürsten gesetzethast über die ganze Erde. Dennoch haben sie ohneKlagen gewandelt ii^der Welt, so demüthig und ein-fältig, ohne alle Bosheit und Arglist, daß sie sich auchfreuten, um deines Namens willen Schmach zu leiden,und was die Welt verabscheuet, mit großem Eiferumfaßten (1 Kor. 1, 26 — 31).
5. Nichts also soll den, der deine Wohlthatenliebt und erkennet, so erfreuen, als dein Wille in ihm,und das' Wohlgefallen deiner ewigen Verordnung.Hiemit allein muß er sich begnügen und trösten, daßer eben so gern will der Geringste sein, als Einer