Von Geringschätzung seiner selbst in den Augen Gottes. 121
2. Solches macht deine Liebe, die mir unverdientzuvorkommt, und mir in so vielen Nöthen hilft, diemich auch vor schweren Gefahren behütet, und, dieWahrheit zu sagen, aus unzähligen Uebeln herausreißet.Freilich, da ich mich selbst übel liebte, habe ich michverloren, und da ich dich allein suchte und lauterlichliebte, habe ich mich und dich zugleich gefunden, undaus Liebe mich noch tiefer zunichte gemacht, weil du,o Allcrsüßesier, mit mir handelst über alles Verdienst,und über Alles, was ich zu hoffen und zu bitten wage.
3. Gelobet seift du, mein Gott, weil, ob ich zwaralles Guten unwürdig bin, dennoch deine edelmüthigeund unendliche Gütigkeit nimmer aufhöret, wohlzuthunauch den Undankbaren und denen, die sich weit vondir abgekehret haben! Bekehre uns zu dir, auf daßwir dankbar, demüthig und andächtig sein mögen,sintemal du bist unser Heil, unsre Tugend und unsereStärke! (Jer. 31. Eph. 3, 14 — 21.)
Neuntes Kapitel.
Daß Alles auf Gott als auf das letzte Ziel bezogen werden müsse.
1. Mein Sohn, ich muß sein dein höchstes undletztes Ende, wenn du verlangest, wahrhaft selig zu