120 Von Geringschätzung seiner ftlbst in den Augen GotteS.
Achtes Kapitel.
Von Geringschätzung seiner selbst in den Augen GotteS.
1. Darf ich reden zu meinem Herrn, da ich Staubund Asche bin? (l Mos. 18, 27.) Wenn ich michhöher achte, siehe, so stehest du wider mich, und meineUngerechtigkeiten sprechen ein wahrhastig Zeugniß, undich kann nicht widersprechen. So ich mich aber selbsterniedrige, und zunichte mache, und von aller eigenenSchätzung ablasse, und mich, so wie ich denn auchbin, zu Staub mache, alsdann wird mir deine Gnadegewogen und dein Licht meinem Herzen nahe sein, undalle, auch die allergeringste Selbstschätzung in dem Thalemeiner Nichtigkeit versenket werden und auf ewig unter-geben. Daselbst zeigest du mich mir, was ich bin,waS ich gewesen, und woher ich gekommen, dieweilich nichts bin, und habe es nicht gewußt. Wenn ichmir selbst überlassen werde, stehe, so bin ich nichtsund lauter Schwachheit. Wenn du mich aber plötzlichwieder anblickest, so werde ich alsbald stark und mitneuel ^l cude ei füllt. Und ist es wohl recht wunder-bar, daß ich so gar schnell erhoben werde, und dumia> so gütiglich uinfängest, der ich durch meine eigeneSchwere immerdar werde in die Tiefe gezogen.