116 Wie man die Gnade verborgen halten soll:c.
du bisweilen aus Gebrechlichkeit zusammenstürzest, nimmwieder größere Kräfte, denn die vorigen, trauend aufmeine reichlichere Gnade, und gar sehr hüte dich voreitler Selbstgefälligkeit und Hoffart! Dadurch werdenViele in Irrthum geführet und fallen bisweilen in fastunheilbare Blindheit. Er sei dir zur Warnung undzu steter Demüthigung, dieser Untergang der Hoffärtigen,die von sich thörlich eingenommen sind!
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Siebentes KapitK.
Wie man die Gnade verborgen halten soll unter Obhutder Demuth.
1. Mein Sohn, es ist dir nützlicher und sicherer,die Gnade der Andacht zu verbergen, auch dich nichthoch zu erheben, noch viel davon zu reden, noch auchviel zu erwägen, sondern vielmehr dich selbst zu ver-achten, und zu fürchten, gleich als ob sie einem Un-würdigen gegeben sei. An dieser Gemüthsbewegungdarf man nickt zu fest hangen, welche zu bald in dasGegentheil kann verändert werden. Gedenke in derGnade, wie elend und Hülflos du zu sein pflegest obnedie Gnade! Es ist auch darin nicht so viel Förderungdes geistlichen Lebens, so du die Gnade der Tröstung