Druckschrift 
Von der Nachfolgung Christi
Entstehung
Seite
117
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Wie man die Gnade verborgen halten soll :c.

hast, sondern wenn du demüthiglich und mit Geduldund Selbstverleugnung deren Entziehung trägest, der-gestalt daß du alsdann im Eifer des Gebets nichterkaltest, noch deine übrigen Werke, die du nach CO-wohnheit zu thun hast, gänzlich zerfallen lässest, sondern,wie du es am besten kannst und verstehest, so viel andir ist, gern thuest, und nicht wegen der Dürre oderAengstlichkeit des Gemüths, die du fühlest, dich gänz-lich verabsäumest.

2. Denn es sind Viele, die, wenn es ihnen nichtgut von statten gehet, alsobald ungeduldig werden oderdie Hände in- den Schooß legen. Dmn nicht ist all-zeit in der Gewalt des Menschen sein Weg, sondernes ist Gottes Sache, zu geben, und zu trösten, wanner will, und so viel er will, und welchen er will, sowie es ihm gefällt und nicht weiter. Etliche unbehutsameMenschen haben wegen der Gnade der Andacht sichselbst zu Grunde gerichtet, dieweil sie mehr habenverrichten wollen, als sie konnten, nicht erwägend daSMaaß ihrer Kleinheit, sondern mehr des HerzensTriebe folgend, als dem Urtheil der Vernunft. Undweil sie sich größerer Dinge vermessen hatten, alsGott wohlgefällig war, darum haben sie die Gnadebald verloren. Sie sind Hülflos und gering gelassenworden, die in den Himmel sich das Nest gesetzthaben, damit sie, gedemüthigt und verarmt, lernen.