Von der Prüfung eines wahrhast Liebenden. 115
andächtigen Uebung zu entleeren, nämlich von ehr-furchtsvollem Umgange mit den Heiligen, von frommerGedächtniß meiner Passion, von heilsamer Erinnerungder Sünden, von Behütung des eigenen Herzens, undvon dein festen Vorsätze, in der Tugend zu wachsen!Viele bösen Gedanken gibt er ein, damit er dir Ueber-druß und Abscheu erwecke, damit er vom Gebete ab-rufe, und heiligem Lesen. Es mißfällt ihm demüthigesBekenntniß, und, wenn er konnte, so würde er dichabhalten von dem Tische des Herrn. Glaube ihmnicht, und achte sein nicht, ob er schon öfter dir desBetruges Fallstricke leget! Ihm rechne es zu, wenner Böses einsäet und Unreines! Sprich zu ihm: Gehehinweg, unsauberer Geist! Erröthe du Elender! Garunrein bist du, dieweil du Solches meinen Ohreneinlispelst. Weiche von mir, du schnödester Verführer!Du wirst an nur kein Theil haben, sondern Jesus wirdmit mir sein als ein starker Streiter, und du wirstbeschämt da sieben. Schweige und verstumme, ichwill dich nicht weiter hören, ob du mir gleich mehrPlagen erregen magst! Der Herr ist mein Licht undmein Heil, wen soll ich fürchten? Wenn sie ein Heer-lager wider mich aufstellen, so wird sich doch meinHerz nicht fürchten. Der Herr ist mein Helfer undmein Erlöser! (Ps. 27. 28.)
5. Streite als ein guter Kriegsmann, und wenn
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