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Einleitung»'
Es wäre doch wohl auch der Mühe'werth, inLeuten, welche für bürgerliche Geschaffte erzogen wer-den sollen, gesunden Menschenverstand zu wecken undzu üben. Wie manchen Grübler findet man unterden Handwerksleuten, der ganz gewiß unter einerbessern Anleitung zum Gebrauch seines Verstandes/zu einer höher» Vollkommenheit und Brauchbarkeitin seinem Wirkungskreise gediehen wäre.
Den Claviuö wollte sein Schulmeister in seinerJugend darum bey einem Grobsckmidte in die Lehrethun, weil er nicht viel Witz zeigte und keine VerseMacken lernte. Als aber dieser unfähig scheinendeJüngling von ungefähr ein mathematisches Buch indie Hände bekam: so wurde er in der Folge zwar keinDichter, aber doch ein scharfsinniger Mathematiker.
So kann man von Kindern, welche in^ihrerJugend nur einen schlichten Menschenverstand, undmäßiges Talent zeigen, und im Begreifen und Fassenetwas langsam sind am allerwenigsten behaupten,daß sie Sckwachköpfe sind; man entwickele ihre Ver-siandeskcäfte, und sie werden gewiß einst in Gesor-gung ihrer Geschaffte gründlichere und ordentlichereLeute seyn, als manche sogenannte Kraftgenies, diein ihrer Jugend die herrlichsten Anlagen zeigen, undbey reiferm Altec wohl in dem und jenem Fache taugisich seyn könnten; aber in keins passen.
Die Urcheilskraft aber zu entwickeln und zuüben und den Verstand zu bilden, ist gewiß keine
Wis-