izZ II. Abtheilung. II. Kapitel.
§. 250.
Man hat seit kurzem ein sehr sonderbares Phäno-men bey diesen Lampen mit brennbarer Luft, beobach-tet, wodurch man, vermittelst des Gehörs den Fort-gang der Wirkungen, wovon ich bisher geredet habe,wahrnehmen kann. Wenn man den Schnabel einer sol-chen Lampe, in das Innre einer langen und engen Glas-glocke bringt, so hört man einen sehr deutlichen Tvn.Dieser Tva rührt nicht, oder doch wenigstens nur zu-fällig, von dem Klang der geschlagenen Glocke her; erist von der Natur desjenigen, den eine Orgelpfeife giebt,und modificirt sich auf dieselbe Weise. Es ist also eineSchwingung in der Lust selbst, und wird durch dieschnelle Folge, der Bildung reiner sehr ausgedehnterDünste, und ihrer plötzlichen Zerstörung hervorgebracht,worauf aber bald eine Verdunstung folgt, die sie mitder Luft vermischt.
§. 201.
Ich könnte hier mehrere Beyspiele von Tönen,welche durch die Dünste hervorgebracht werden, erzäh-len; ich will aber nur bey dem Pfeifen stehen bleiben,das vor dem Kochen des Wassers vorhergeht. Die Ur-sache dieses Geräusches giebt ein angenehmes Schauspielab, in sehr reinem Wasser, das auf ein Feucrbeckcn, ineinem offnen, inwendig gut polirten Gefäße gestellt wird.Dies Geräusch wird von Reihen von Dunstblascn erzeugt,die sich vom Boden des Gefäßes in abnehmenden Krän-zen erheben, und die sich inwendig in dem Wasser endi-gen. Ihre wechselswcise Bildung und Zerstörung bringtdies kleine Geräusch hervor, durch die Stöße des Was-sers gegen sich selbst, in den kleinen, durch die zerstör-ten Dünste gelassenen leeren Räumen. Diese Reihensind anfangs kurz, sehr klein und enge, und die Töne
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