Von Dünsten.
§. ll?.
Dritter Unterschied. Wenn die luftfvrmigeuFlüss igkeiten einmal gebildet sind; so ist ihre Zusam-mensetzung bestimmt: sie können zwar einen ihrer Be-standtheile verlieren und neue bekommen, und dadurchihre Natur andern; dies geschieht aber nur durch Dazwi-schenkunft einer andern Substanz, und nicht aus einemgrößern oder geringern Uebermaaße an denselben Be-standtheilen, woraus sie gebildet sind. Bey den Dün-sten aber ist das Verhältniß der respcktiven Mengenderselben Bestandtheile sehr abwechselnd: es hangt vonihrem comparativen Ucberfluß ab. Und da ihre aus-dehnende Kraft von ihrem svrtlcitendcn Fluidumherrührt, so wird sie, bey übrigens gleichen Umstanden,größer, wenn dies FluidUMverhaltnißmäßig in größererMenge zugegen ist.
§. "Z.
Diese drey auszeichnenden Charaktere der Dünstein Vergleichung mit den luftfürmigen Flüssigkeiten,rühren von einerley Ursache her; nämlich von der schwa-chen Verbindung ihrer bloß schweren Substanz, mitihrem svrueitcnden Fluidum. Daher kömmt es, daßdiese lezte Substanz die andre verlassen kann, bloß durchden Hang den ihre Thcilchen zu einander haben, wennsie auf eine gewisse Nahe kommen. Aus derselben Ur-sache rührt es auch her, daß das fortleitende Fluidumseinerseits, die bloß schwere Substanz verlassen kann,um gewisse, es betreffende Gleichgewichte herzustellen.Aus derselben Ursache endlich entspringt es, daß ein größ-tes Uebermaaß des sortleitenden Fluidums, derselbenMenge von der bloß schweren Substanz, mehr ausdeh-nende Kraft giebt: entweder, weil dadurch eine gerin-gere verhältnißmaßige Menge derselben, in jedem Theil-DeLües Meteorologie. 8