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womit dic mchrstcn unter uns arbeiten. DergleichenTrugschlüsse verführen den Kenner nicht. Jede Regelmuß das Resultat einer richtigen und glücklichen Er-fahrung sehn; und wenn Sie mir dieses einräumenmüssen, so frage ich Sie jetzt: wo Sic die Erfahrun-gen angestellt haben, nach welchen Sie sich bei IhrenArbeiten gerichtet?
Ihr Werk mißfällt mir; folglich haben Sie meineErfahrung wider sich; und diese damit abzuweisen,daß Sie sich durch keine Regeln fesseln lassen, ist, imVertrauen gesagt, ein bischen unfreundlich. Niemandverwehrt eS dem Genie, alle vor ihm gewesene Regelnzu überschreiten, und man kann mit Recht sagen, dasGenie seh daran gar nicht gebunden, und es gebe garkeinen Gesetzgeber für das Genie. Aber indem derAdler solchergestalt seinen eigenen kühnen Flug nimmt,so muß er sich doch in einer Bahn halten, wo ihndic Sonne nicht verbrennt; dann nennt man es einerichtige und glückliche Erfahrung, wenn ihm hierinauch kein Adler vorgesiogcn ist, oder nachfliegen kann;und diese Erfahrung ist seine Regel.
Sie sehen also, liebster Freund, daß auch derhöchste Flug sein Maß und seine Regel hat, und daßeiner sich nicht leicht davon entfernen kann,- ohne ei-nen Fehler zu begehen. Wenn Sie mich aber fragen,was ein Schriftsteller für Ersahrungen machen könne,um zu wissen, ob sein Werk gut oder schlecht gcrathcnscy, so ist dies eine andere Frage. Einmal kann er