Druckschrift 
Reliquien von Justus Möser und in Bezug auf ihn
Entstehung
Seite
36
Einzelbild herunterladen
 

36

haben würde, daß sie in einer selbst gemachten Sprachegeschrieben waren, verlesen werden sollten. Wir wa-ren aber damit nicht viel weiter gekommen, als daßwir eine Grammatik und ein Wörterbuch dazu ver-fertigt hatten, und , wie sich das versteht, eine gelehrteZeitung darin schrieben. Hicmit schieden wir aus derSchule des Cantors, der uns in diesem Spiclwcrkenicht gestört hatte; aber unser folgender Lehrer, demmein Lebenslauf, welchen ich in jener Sprache geschrie-ben hatte, in die Hände fiel, nöthigtc uns mit Schlä-gen zu unserer Muttersprache.

Oft habe ich nachher gewünscht, daß er unser»Trieb genutzt, und uns, weil wir doch weiter nichtsals etwas ganz Besonderes suchten, im Hebräischen,oder Arabischen zu schreiben aufgemuntert hätte. Da-für quälte er uns mit der lateinischen Poesie, undärgerte sich, daß wir die Aufgaben, welche er uns inProsa gab, sofort in Wersen niederschrieben, und ihmdieselben sodann vorlasen, um ihn zu vermögen, unsetwas MchrcrcS zuzumuthcn. Aber cS half nichts;wir wurden mit Schlägen angehalten, die Aufgabenerst in Prosa aufzuschreiben. Doch war er der besteLehrer für langsame Köpfe.

So sehr uns dieser unterdrückt hatte, so flüchtigmachte mich sein Nachfolger, der Conrector Ponat.