!>. Moser an I. B. Michaelis.
Ihre Parodiecn sollen mir sehr willkommen sehn.Wofern sie aber gegen das Ende des Jahrs einförmigwerden sollten, welches der Genius in Gnaden verhü-ten wolle, so schicke ich das Packet auf einer Preußi-schen Post zurück. Jenen Fehler sehe ich fast alsnothwendig an, weil unsre gelehrte deutsche Sprachezu arm ist, die niedrigen Sccncn des täglichen Lebensedel und kräftig zu mahlen. Hätte sich so wie inEngland, die Sprache einer Provinz zur allgemeinenerhoben, so würden wir einen weit größer» Rcichthnmvon schnurrigen, drolligen und äffenden Ausdrücken fürBilder von gleicher Art haben, und deren von derschöpferischen Laune des gemeines Mannes noch im-mer mehr erhalten als jetzt, da wir alles Provinzielleverlieren und die Bildung unsrer Sprache kalten Phi-losophen überlassen. Man hat der nicdersächsischcnSprache den Vorzug vor der in Schriften üblichenobcrsächsischcn einräumen wollen, ohne zu bemerken,daß jede Provinzialsprache in gewissem Maße reicherund nachdenklicher sei) als die allgemeine deutsche.Ich führe dieses zu dem Ende an, damit Sie es ein-mal wagen möchten, aus irgend einer Provinzialspracheglückliche Wendungen, Bilder und Ausdrücke in IhreParodiecn zu bringen und solche für das Burleske zunaturalisiren. Vielleicht wäre die bergmännische, welcheVielen schon bekannt ist, hiezu die geschickteste; und