XXIII
denen sie sich in der Wirklichkeit kund thul, in ihremZusammenhange. Ihm ist der Tanz nicht das, wasder Städter in seinen Ball-Sälen erblickt; er gehtzu den Wilden, in denen die ächte Natur des Men-schen nicht verwischt ist, wo sie sich frei und ohne Con-vcnienz zeigt, zu dem Landmann, der, weil er in Wahr-heit, dem Worte der Schrift gemäß, im Schweiß sei-nes Angesichts sein Brod ißt, auch das unverfälschteBcdürfniß der Freude und Erholung kennt. Hierhaben wir schon eine dem Dichter cigcnthümlichc Ei-genschaft; denn die wahre Poesie durchschaut die Dinge,erkennt ihren Grund und wiederholt, sie zur Erschei-nung bringend, gleichsam die Schöpfung derselben.Achnlichcr noch zeigt sich Moser dem Dichter in derDarstellung. Er konnte das erkannte Wahre logischentwickeln, konnte folgern und Schlüsse machen; erzieht vor, unmittelbar auf daö AnschauungS-Vermö-gen zu wirken. Was er zu sagen hat, bietet uns so-fort ein anmuthigcs Bild. Der Fiedler auf der Ton-ne, die tanzende Jugend, die lobenden und ermun-ternden Alten, die junge Frau, die den Mann heran-zieht, die Kinder draußen unter dem Fenster, die vonder allgemeinen Lust fortgerissen werden — dies allesbildet eine eben so naive als passende Darstellung.Man fühlt des Darstellers Verwandtschaft mit demDichter, und er führt uns wie von selbst darauf, in-