XII
und Fülle seiner Kraft stehenden Mannes die Wortevernehmen: „Sagen Sie Ihrem Herrn Vater ja, ersolle versichert sehn, daß ich mich noch täglich nachden besten Ucbcrlicfcrungcn und nach der immer leben-digen Naturwahrheit zu bilden strebe, und daß ichmich von Versuch zu Versuch leiten lasse, demjenigen,was vor allen nnscrn Seelen als das Höchste schwebt,ob wir es gleich nie gesehen haben und nicht nennenkönnen, handelnd und schreibend und lesend immernäher zu kommen."
Noch in einer andern Hinsicht ist uns dieser Briefmerkwürdig. Mochte auch etwas von jenem gegen dieRegierenden gerichteten Opposttionsgeistc sich in demjugendlichen Goethe regen; was ihn trieb den Götz,dies vortreffliche Werk, in welchem sich schon die volleKraft des großen Dichters kund gicbt, zu dichten undihm diese Gestalt zu geben, war vor Allem das Ge-fühl „der Notwendigkeit einer freieren Form"^);dann der Gedanke, ein vaterländisches Gedicht zuschaffen und, nach Abstrcifung der Fesseln einer fremd-artigen Form, auf heimischem Boden sich frei zu be-wegen; Gedanken also, wie die, die in Möser's Schriftentwickelt sind. Wir schreiben nicht über Goethe,sondern über Möscr; sonst würden hier die Fragen
H S. Goethe's Werke, Th. 31, S. 4.