Production eines ungezogenen Knaben" nennen zu hö-ren. Denn schon damals, eine geraume Zeit vor sei-ner Reise nach Italien, mochte der große Gedanke inihm keimen, den er später in solcher Gediegenheit aus-sprach: „Jeder seh in seiner Art ein Grieche; aber erscy es!" und gewiß hatte er in jener Zeit schon, in-nig verbunden mit einem Fürsten, der dies zu sehnverdiente, sich über Begriffe und Vorstellungen erho-ben, durch die Andere, minder Begabte ihr Leben langdie höhcrn und heitern Regionen der Kunst zu errei-chen, oder nur zu erkennen gehindert wurden. Wiegebildet und groß erscheint Gocthc's Verstand in die-sem Briefe! die Weise, in der er das Vcrhältniß derGroßen zur Kunst betrachtet und erkennt! Und werfände den erhabenen Geist, wie er im Verlauf einerlangen Zeit sich uns offenbart hat, nicht in den we-nigen Worten: „Lassen Sic uns darüber (über dieeinseitige Mißbilligung des Götz von Seiten des Kö-nigs) ruhig sehn, mit einander dem mannigfaltigenWahren treu bleiben, und allein das Schöne und Er-habene verehren, das auf dessen Gipfel steht." Wirgedachten oben des erhebenden Gefühls, das ein Mannerweckt, der einem großen Grundsätze ein langes Le-ben hindurch treu bleibt. Ist es nicht als ob wirGoethe in seinen späteren Lebcnspcrioden sprechen hö-ren, wen» wir aus der Seele des jungen, in der Frische
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