Vl
gewandt, kühn; besonders ist ein Brief aus Livorno(30. Januar 1753), der die stürmische Fahrt schildert,interessant; der Vater schreibt deutsch, wohlmeinend,praktisch-tüchtig, den Sohn tadelnd unk zurechtwei-send, ohne ihn sinken zu lassen, während die Mutter,als Postscript, wenige fromme und herzliche Wortein kolossalen Lettern zufügt, um die Seele des Sohnsbekümmert, wie um die Wäsche desselben. JustusMöser's Brief— es ist nur ein einziger vorhanden —ist französisch geschrieben. Wir thcilcn ihn hier mit,weil er in Bezug aus den Schreiber bedeutend undcharakteristisch, und weil er Nicolai'» berichtigt, derin seiner Biographic (S. 104) sagt, „dieser habean den kostbaren Versuchen seines Bruders, den Steinder Weisen zu finden, Thcil genommen." Wie in-teressant auch, nach dem wenigen eben Gesagten unddem mitzutheilcndcn Briefe, dieses Vrüdcrpaar zu be-trachten! beide begabt, geistvoll, Ungemeinem gewach-sen; der eine aber in seiner Genialität auf Irrwegensich umhcrtrcibcnd, während der andre die angeborneund gepflegte sittliche Haltung und Würde und den„tüchtigen Menschenverstand," durch die er als wir-kend im Staate, als Schriftsteller, als Mensch über-haupt sich so sehr auszeichnete, zu erkennen gicbt.
Es folgen fünf Briefe von Göthc, zwarnicht geradezu an Moser, sondern an dessen Tochter,