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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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Babilon" in der westfälischen Nibelungensage l87

Wittig am Lippcuferkastell Brictan (bei den Lagern") wohl von zwei Wegenreden, die beide nach Verona-Bern (Bonn) führten und schließlich doch nochden ästlicheren Weg wählen, der sie nach der mittleren Weser brachte und aufweitem Umweg nach Bern (Bonn). So können wir denn nunmehr in einemSchlußkapitel uns der Frage zuwenden, ob zwischen Römern und Nibelungeneine innere Verbindung besteht, wie sie wenigstens im Volke angenommensein mag.

III. Überblick über Römer- und Nibelungenspuren und ihrZusammentressen im Lippe- und Ruhrland

Es ist nun noch die Frage zu erörtern, ob wir in dem Hervortreten dergenannten Örtlichkeiten und ihrer Verbindung mit den für die Unter-nehmungen der Römer wichtigen Punkten nur einen losen Zusammenhangannehmen wollen, oder ob sich hinter den Gestalten römische und deutscheHelden und hinter den geschilderten Ereignissen wirkliche Ge-schichte verbirgt.

Auch, wenn nur der erstere Fall zuträfe, würde m. E. der Gewinn zubegrüßen sein, indem wir gesehen haben, wie ein für geschichtliche Handlungeneinmal wirksam gewordenes Gelände sich auch dann wieder als Schauplatzgroßer Unternehmungen erweist, wenn selbst jeder verbindende Faden mitder historischen Vorstufe abgerissen wäre. Wir haben ja ein sehr anschau-liches Beispiel für unsere Fragen imbeilaufenden Turm" südwestlichKamen mit seinen vielen aufeinanderfolgenden und sich aneinader an-schließenden Einzelperioden. Wäre es wirklich so, daß die Vesiedler dieseskleinen und doch kulturgeschichtlich so bedeutsamen Dreiecks ohne jedeÜbernahme von Erinnerungen sich von Geschlecht zu Geschlecht hier nieder-gelassen hätten: selbst für diesen, m. E. undenkbaren Fall wäre dieimmer wieder erneuerte Besetzung des Platzes ein höchst lehrreiches Ge-schehen; wir würden die Pflicht daraus ableiten, daß die Forschung zu er-mitteln hätte, warum dieser Punkt und ausgerechnet eben diese, heute undschon seit fast einem Jahrtausend einsam liegende Fläche fast durch zwei Jahr-tausende ein in strategischer Hinsicht zu erstrebender Besitz von unschätzbaremWert gewesen ist.

Aber wir werden als Tatsache gelten lassen müssen, daß mit derWeitergabe des Platzes von Geschlecht zu Geschlecht, von Volk zu Volk auchdie Geschichte dieser Stätte in der Erinnerung weiter gewandert und erstverblaßt ist, als von Jahrhundert zu Jahrhundert nur noch der Pflug überden Platz ging. Als aber um das Jahr 1250 westfälische Heimatfreunde ihrevon den Vätern ererbten volkskundlichen Schätze zur endlichen festen Um-rahmung und Fassung durch aufzeichnendes Schrifttum nordischen Sagen-sammlern darboten, war die Erinnerung noch in vollem Fluß: das merkenwir an dem frischen Ton der Darstellung und der Freude am Erzählen, vorallem auch daran, daß die Baudenkmäler, mit denen sich diese Sagen ver-knüpften, höchstes Interesse fanden und zu andauerndem Forschen anregten.

Inwieweit nun können wir den Schleier der Sage lüften und denHintergrund der Geschichte aus der Versenkung emporsteigenlassen? Mit Müller (Mythologie der deutschen Heldensage, Heilbronn 1886)