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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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188 Aliso in seiner Verknüpfung mit der Heldensage

erblicken auch wir in unserer westfälischen Sage vor allem eine Wieder-gabegeschichtlich erVorgänge, die zur Unterwerfung des größerenTeils von Westfalen, namentlich des südwestlichen Gebietes unter eine fremde,von O st e n andringende Macht führten. Diese tritt uns in den Hünen ent-gegen, deren Vorort das alte Susat oder Susatum ^ Soest ist. Es ist dochnicht gleichgültig, daß ein arabischer Forschungsreisender des 10. JahrhundertsSusit (Soest) und Paderborn als zwei Kastelle im Lande derSlaven"bezeichnet.

Etwa in derselben Zeit gibt uns Adam von Bremen durch seine Glosse(Fruecus ^ LIuvus (Grieche Slave) einen weiteren Anhalt. Wir werdendemgemäß fragen dürfen, ob diese Deutung auch für uns annehmbar ist:und vor allem, ob zutreffendenfalles damit ein Anschluß an geschichtlich be-zeugte Vorgänge in unserem Gebiet ermöglicht wird. Klar scheint zunächstnun folgendes zu sein: Die westfälische Sage in ihrer Frühgestalt hat Kundevon der Vergeiselung Theoderichs, des Dietrich von Bern der Sage, gehabt,die tatsächlich rund 30 Jahre, wie uns diese meldet, nämlich von 462493gedauert hat und am byzantinischen Hof zu Konstantinopel durchlebt wurde.Andere Quellen nehmen auch in der Sage statt der 30 Jahre 32 an undzeigen uns damit, wie wir bei dieser peinlich genauen Übereinstimmung mitder wirklichen Geschichte auch zu anderen Angaben gutes Zutrauen habendürfen. Im Hildebrandlied (Kaufmann, Das Hildebrandlied, Kiel), dem wirdiese Feststellungen entnehmen, wird gemäß dem frühmittelalterlichen Sprach-gebrauch für den Kaiser von Byzanz der Ausdruck üluneo truütiir gebrauchtund damit der Kaiser Zeno bezeichnet. Somit treten also wirklich für diebyzantinisch-g riechischen Valkanvölker die Hünen ein. Da nun die west-fälische Sage mit auffallender Verengung des Schauplatzes Dietrich von Bern-Vonn aus zum König Attila von Soest in die Verbannung ziehen läßt, somüssen wir auch hier annehmen, daß zwischen dem griechisch-hunischen oderslavischen König von Soest und dem griechisch-byzantinischen Kaiser Ostromsein begrifflicher Zusammenhang, wohl gar eine Gleichsetzung im Volks-bewußtsein bestanden hat, was um so eher denkbar ist, als uns die west-fälische Sage auf die großen Kriegsschauplätze des Ostens führt.

Genug: Wie uns in den geschichtlichen Quellen ein starker Volks- undfast sogar Rassengegensatz zwischen den eigentlichen Germanen imöstlichen Westfalen und den alsKelten" bezeichneten fünf Volks-gemeinden westlich dieser Grenze begegnete, so werden wir auchdiesmal wieder auf einen hervorstechenden Gegensatz geführt. Wir könnenihn gar nicht treffender charakterisieren als durch die Worte: Soest-Else, oderwenn wir die persönlichen Vertreter nennen wollen: Dietrich von Bern-Elsevon Babilon.

Aber über diesen engeren Gegensatz hinaus wird noch ein weiter reichen-der zwischen Soest und Troja oder Hünen und Nibelungen,Attila und Hagen bemerkbar. Wie klar auch bei diesen Gegensätzen, zu-nächst also zwischen Soest und Elfe die trennende Grenze hervortritt, gehtauch hier in einer von uns nachzuholenden Stelle hervor.

Wie nämlich Rüdiger von Bakalar an der durch Ryn bezeichnetenGrenze als Markgraf Dienst tat, so spielt dieselbe Landscheide auch imLeben und Wirken des Iarl Elsung eine bedeutende Rolle, auch hier mit dem