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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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182 Aliso in seiner Verknüpfung mit der Heldensage

gerichten deutete. Der Titel des Gedichtes lautet:Apollonius. Von GottesZukunft". Wir teilen aus ihm, was uns wichtig erscheint, mit nach der Aus-gabe von I. Strobl, Wien 187S. Geschildert wird uns eine Reise nach demwüsten, unbewohnten Babilon", das der Dichter natürlich sich in Asienliegend vorstellt; die Farben des Gemäldes sind der Bibel entnommen, unddie ganze Darstellung ist so gehalten, daß wir im Hintergrund die altenBurgruinen aufsteigen sehen, die der Verfasser hin und her in seiner Heimatgeschaut hatte. Wurde dann gar dem Volke von seinen Geistlichen in Elfe beiOberaden der NameÄgypten" für das an dieBurg" angrenzende Geländemit der Unterbedeutungverfluchtes Heidenland" genannt, dann war dieÜbertragung des Namens auf die Burg von selbst gegeben. Es war ja ebendie Kirche, die alle diese Anschauungen darbot. Und gerade im Sprach-gebrauch der Kölner Kirche, mit welcher durch Vermittelung desThebäerstiftes St. Gereon unsere Lippe-Seseke-Gegend in so enger Verbin-dung stand, wurde zwischen Ägypten und Babilon kein Unterschied gemacht.Beide Begriffe gehen so ineinander über, daß sogar in Kölnischen Urkundenund bei Schilderung von Kreuzfahrererlebnissen auch der Nil als Euphrat undCairo als Babilon wie auch das ganze Land Ägypten mit diesem NamenBabilon bezeichnet wird; es sind ebenverfluchte Länder" der Heiden,was auch im nordfranzösischen Volksepos jener Zeit besonders betont wird.

So schildert denn auch Heinrich von Neustadt Babilon in den entsprechen-den Farben. Die wüste Stätte ist von Ungetümen bewacht. Will ein Ver-wegener diese Einöde dennoch betreten, so muß er schon mittags, wenn dasGewürm schläft, den Gang wagen. Die Stadt ist weit und lang, nurMenschen fehlen, und Laub, Klee und Gras sah man wachsen dortund da. Manch Dach liegt darnieder;von Gates vluoch ist es geschehen,als ich die Bibel hoere jehen". Kein Mensch kann da länger bleiben alseinen Tag. Unter den Schlangen, die hier Hausen, ist auch ein besondersgefährlicher Drache. In der Nähe ist ein wildes Weib in einer Höhle. Ebensotauchen in der Nähe typische Heidengestalten auf, unter ihnen auch Claranzvon Ägypten, Priamus von Syria und Iemordan von Troja.

Der Gedanke, daß diese Stadt und die Umgegend wüste wurden durchein Gottesgericht, spricht sich besonders in dem Vers Heinrichs vonNeustadt aus:Adönai got, du bist der got, der auch den slac inÄgypten -land sluoc." Dann berichtet uns der Verfasser, daß gar diesesverfluchteLand" die Heimat des Antichristen wird, und fügt noch hinzu:erwird geborn trikn Oniü; ist er ein ekint? sage an. Er wirt in Vabi-lonis geporn und niht andersws." Seine Mutter stirbt in Babilon beiseiner Geburt und istmit dem Teufel behängen".

Aber wo finden wir denn nun in unserer westfälischen Nibelungensagedie wirkliche Verknüpfung von Elfe und Babilon? Wir müssen, dawir diesen Nachweis nicht anders erbringen können, dem Gang unserer Dar-stellung vorgreifen. Nach der Nibelungenkatastrophe in Soest,bei der 1000 Nibelungen und 4000 Hünen gefallen sind, ausgenommen KönigAttila, Dietrich von Bern und Meister Hildebrand, rüsten sich die beiden letzt-genannten Helden zum Aufbruch von Soest, um nach Verona-Bonn dasist ja unser Bern heimzukehren. Ergreifend und mit deutlicher Angabe dernoch heute westlich Soest erkennbaren Örtlichkeiten wird uns in der Nibe-