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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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Babilon" in der westfälischen Nibelungensage 181

angelangt, um nach Soest zu ziehen, tut der Markgraf Elfe, was seines Amtesist: er tritt den Fremdlingen entgegen. Es trifft sich eigenartiggenug, daß gerade 4 stur westlich Lünen bei Lippholthausen nördlich Vrechtenuns die Donau begegnete: und wenn damals die heute mit Donau bezeich-nete alte Lippe der einzige Flußlauf war, so konnte die Meldung gar nichtanders lauten, als so:Die Nibelungen wollen über die Donau setzen."Sie hätten dann ihren Übergangsort so gewählt, daß sie eben hier, wo dieWestgrenze des Dialektgebietes und die mit dieser übereinstimmende Dort-munder Grafschaftsgrenze auf das Südufer der Lippe stoßen, den Gau oderdie Markgrafschaft Elses betraten. Hier mußte es also, wenn unsere An-nahmen zutreffen, zu jener Auseinandersetzung zwischen Hagen und demFährmann kommen, die uns besonders anschaulich erzählt wird, indem Hagendem Fergen einen Goldring als Fährlohn verspricht, dann aber doch ihnerschlägt, weil er mit ihm in Streit geraten war. Dann schlägt das Schiff um,wie wir schon hörten, und nachdem der grimme Hagen durch Zerschlagen desFahrzeuges seine Todesbereitschaft kundgetan, wird die Reise nach Soestfortgesetzt.

Der Weg müßte selbst dann, wenn uns alle genaueren Angaben fehlten,an der Burg vorbei über Elfe geführt haben, weil Troja-Tanten am Anfangund Soest am Ende der Reise festliegende Punkte sind. Die Soester Quellekennt, wie wir schon hörten, nur einen Hagen von Troja, nicht von Tronje:wir werden aber noch eins zu bedenken haben, daß nämlich im MittelalterPilgerfahrten, die nach Zehntausenden von Teilnehmern zählten, auf dieserStraße zur St.-Viktor-Prozession nach Tanten gingen. Bei diesen Fahrtensangen die Priester den alten Hymnus:

In Verona, ^grippinaIN in Troio loca IrinnLonseorant Narlznla"

In Verona, Agrippinaund in Troia sind die drei Stellen,an denen die Martyrien gefeiert werden.

Hier stehen wir also wieder vor der Tatsache, daß die religiöse Volks-kunde uns den rechten Schlüssel zur Deutung so vieler Fragen der sagenkund-lichen Forschung in die Hand gibt. Bekanntlich ist Verona keine andereStadt als Bonn, wie es uns noch im Jahre 127V in einer alten KölnerStadturkunde heißt: 1o Lerne, cial stei8 irwir iru Lunirs. Daß auch aufMünzen der Name Verona für Bonn erscheint, sei nur kurz angedeutet. DaßAgrippina^-Köln ist, brauchen wir nicht erst zu sagen, ging doch nochim späten Mittelalter auch im Volke die Rede um, imGrippingerland" undzu Aachen seien viele Helden. Daß Troja der volkstümliche Name für Tantenist, hörten wir schon früher.

Wir müssen hier nun eine Einschaltung machen, um zu sehen, wiesagengeschichtlich-volkskundliche und kirchliche Überlieferung miteinander sichverknüpfen und denjenigen Bestand der Sage erbringen, in dem auch Babi-lon als der kirchliche Deckname für Elfe seinen Platz findet. Zum Glückhaben wir ein mittelalterliches Gedicht Heinrichs von Neustadt aus jenerZeitperiode, die uns tiefe Blicke tun läßt in die Volksseele und nament-lich auch darüber aufklärt, wie das Volk Ruinen als Stätten von Gottes-