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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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174 Aliso in seiner Verknüpfung mit der Heldensage

Rabensch lacht wieder an dieselbe Stelle, wohin auch die fränkischeStammsage uns schon leitete: zum rechtsrheinischen Troja, woeine Burgruine von gewaltigen Ausmaßen die Phantasie der Dichterbeschäftigte und zwar so, daß auch dabei der römische Ursprung nicht ganzin der Erinnerung verblaßt war, lag sie doch bei der Kolonie Rumaney.Wie sehr auf diesen Zusammenhang der Franken mit den Römern Karlder Große Wert legte, ist allbekannt: ließ er doch Werkstücke von römischenBauten in Ravenna nach Aachen schaffen, um sie für die Erbauung seinerdortigen Kaiserpfalz zu verwerten.

So flössen denn bei den vielfachen wechselseitigen Beziehungen zwischenRömern, verpflanzten Sugambrern und Franken dieVolksbenennungen zusammen und fanden sich schließlich in einer gemeinsamenWurzel wieder, wie selbst noch Albrecht Dürer einen Volksstammbaumzeichnete mit der Wurzelumschrift: Troja ZiZairrkria Trairoia. Troja hießalso die tiefste Stammbaumwurzel.

Wer nun noch weiter unter den fränkischen Forschern in seinem Trachtennach noch höherer Abkunft gehen wollte, konnte den trojaähnlichen Namender Stammburg noch ausgiebiger ausdeuten, wenn er in Eli son, Alisoeinen Nachhall an die griechische Stadt Elis in Arkadien sah, denn auch dieseshatte in vollerer Form Alisus geheißen. Und diesem Streben leistete sogarein großer Kirchenfürst Jsidor von Sevilla Vorschub, der in seinenUltimo-logia" eine historische Geographie schrieb, welche von seiner Zeit an alsmaßgebend galt, auch von Rabanus Maurus, dem Abt in Fulda, benutztund den Franken unmittelbar zugänglich gemacht wurde. Nach dieser Quellenun wurden die Griechen als Elisäer (IRisuei) bezeichnet oder nachdem sog.fünften griechischen Dialekt" als Äoliden. Nun lag aber Troja imGebiete des äolischen Sprachstammes, und nicht weit von den Ruinen dersagenberühmten Stätte floß auch ein Bach Eliseus. Das mochte genügen,um auch hier wieder auf Grund des Gleichklanges zwischen Aliso und Alis,Elison und Elisaei Verbindungslinien zwischen dertrojaähnlichen Burg" inWestfalen und dem alten Troja zu ziehen: zumal wenn der Annahmegriechisch-elisäischer Herkunft noch die uns bereits bekannt gewordene An-schauung entgegen kam, daß Äneas germanischer Abstammung sei.Glaubte doch selbst Tacitus sogar, am Niederrhein ob auf dem linken oderrechten Ufer bleibt einigermaßen unklar einen Altar annehmen zu dürfen,den Odysseus persönlich zu Ehren seines Vaters Laertes dort gegründet undgeweiht habe.

Kamen nun vollends die Franken unter Karl dem Großen und mit ihmdie attuarischen Nachkommen des Stammes, die einst Julian auf das linkeRheinufer verpflanzt hatte, in das rechtsrheinische Gebiet der Ursitze diesesVolkes, so mußten doch naturgemäß die alten Volkserinnerungen wiederlebendig werden, und sicher blieben diese nicht stehen bei ihren chattuarischenoder attuarischen Voreltern, sondern gingen über diese hinaus bis zu ihrenUrahnen, den tapferen Sugambrern, die einst mit der Wacht amRhein betraut gewesen waren, ehe Tiberius sie aus ihren Gauen vertrieb.Aliso bei Oberaden war ja, wie wir schon ausführten, die Burg gewesen,auf die er sich bei dieser Vergewaltigung stützte. Für dieses Elsentroja hatnun die westfälische Nibelungensage den Namen Babilon gekannt.