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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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Die fränkische Stammsage mit ihrem sugambrischen Heimatboden 173

Beinamen Markgraf. Da nun die Rabenschlacht auch sonst eine Reihe vonHelden wieder nach Westfalen, also in die ursprüngliche Heimat zurückversetzt,muß der Verfasser diesen Schauplätzen näher gestanden haben. Es muß also eineUrquelle gegeben haben, aus der die Rabenschlacht diese bessere Orts-kenntnis geschöpft hat und aus ihr stammt vielleicht auch die Kurzform Elsenstatt Elsentroje. Jedenfalls war also dem Verfasser und den Lesern dieseswestfälische Elsen bekannt als ein Ort mit einer Burgruine: und wohl eben,um anzudeuten, daß der eigentliche Wohnort nicht diese, sondern nur der OrtElsen (Elfe) sein könne, führt eine Lesart diesen allein auf. Erfreulich deutlichläßt uns auch die Rabenschlacht dies Elsen als einen Grenzort erkennen,an dem Erwin als Markgraf waltet. Daß vollends der Landesname West -falen vor rund 7V0 Iahren nicht den Umfang der heutigen Provinz, sondernnur den mittelalterlichen Gau Westfalon südlich der mittleren Lippebis Werl bezeichnet, braucht nicht erst gesagt zu werden. So können wirdenn bei solcher Verengerung unserer quellenkritisch bezeugten Grenzen nurwieder das heutige M i t t e l w e st f a l e n für unser Elsen in Anspruchnehmen. Es ist nun weiter sehr wichtig, daß Erwin von Elsentroje als Mark-graf ein Lehnsmann Dietrichs ist. Wie wiederum schon Grimm angenommenhat, hat das Volksepos später zwischen dem Ostgoten Dietrich und Wolf-dietrich nicht mehr scharf geschieden. Wir wissen auch von dem Poeta Saxo(vgl. Pertz 1,268), daß schon bald der fränkische Heldensang seine vater-ländischen Helden in Liedern gefeiert hat, wie er sie uns auch nennt:seinePippin, Carl, Chlodwig, Theoderich, Karlmann, Chlothar". Es ist sehr wahr-scheinlich, daß Karl der Große, als er sich daran machte, diese Heldenliederzum Preis seiner Vorfahren zu sammeln, auch in erster Linie die Dietrich-lieder erfaßte. Es war die Zeit, wo noch die fränkische Sprache im östlichenwie im westlichen Teil des karolingischen Reiches verstanden wurde: undnamentlich das Sachsenlied I. Vodels, das uns Dortmund (Tremoigne) sooft als eineHauptstadt Karls" nennt, läßt uns schmerzvoll ahnen, welchein so viel reicherer Schatz von Liedern vorhanden war, heute für uns größten-teils, jedenfalls soweit sie Bestandteile jener Sammlung waren, verloren, daKarls Sohn, Ludwig der Fromme,, in engherzigem und fanatischem Unver-stand sie verbrennen ließ.

Dietrich, den die Volkssage mit Anspielung auf seine bastardmäßigeHerkunftW o l f dietrich" nannte, war der älteste und tüchtigste Sohn Chlod-wigs. Nach Müllenhoff (Die austrasische Dietrichsage) besaß ernach seinesVaters Tod zuerst die deutschen Länder, jetzt unter dem Namen Austrasienvereint und erweiterte die Grenzen seines Reiches durch Zerstörung derthüringischen Macht" (531). Bei dem Vormarsch gegen Mitteldeutschlandwird er auch sich der Lippestraße bedient haben. Denn daß diese Linie,die am südlichen Lippeknie Sesekestraße wird, in andauernder Benutzunggeblieben ist, kann nach den Ergebnissen unserer Forschung im Seseke-Körne-Winkel nicht wohl mehr bezweifelt werden.

Genug, Dietrich galt in Westfalen als Volksheld, und sowerden wir ihn unbedenklich als den Wolfdietrich der Sage wieder-kennen dürfen, der in dem Troja, das sowohl Elsentroje, wie aucheinfachElsen in Westfalen" hieß, seine Abenteuer erlebte. So führtuns sowohl die W o l f d i e t r i ch s a g e wie auch Dietrichsflucht und