172 Aliso in seiner Verknüpfung mit der Heldensage
daß die alte Troja die kleinasiatische Feste ist; vielmehr ist die Unterscheidungnötig geworden, weil auch gegenüber dem rechtsrheinischen Troja der gleich-namige Ort bei Tanten jünger war. Die alte Troje ist eben Elsentroja,E l s e n b u r g.
Wir sind aber auch in der glücklichen Lage nachweisen zu können, daßes sich bei der Wortzusammensetzung Elsentroje nicht ursprünglich um Ver-bindung eines Ortsnamens Troje mit einem Personennamen Elfe gehandelthat. Damit kennzeichnen sich die abenteuerlichen Schilderungen über die Be-gegnung Wolfdietrichs mit dem Waldweib Elfe als eine spätere auf Rechnungder bänkelsängerischen Spielmannsdichtung zu setzende Wucherung, die wirabtrennen müssen, um zunächst den sagengeschichtlichen, darauf den durch-leuchtenden geschichtlichen Kern erfassen zu können. Die Sache liegt alsowirklich so, daß, was auch Grimm schon angenommen zu haben scheint, Elfesowohl Ortsname ist wie auch Troja. Wir führen nun die Stellen, indenen uns Elsentroje als ein in Westfalen gelegener und auch alssolcher bezeichneter Ort begegnet, an, indem wir uns stützen auf: DeutschesHeldenbuch II von E. Martin, Berlin 1866: Dietrichs Flucht, Rabenschlacht.Das Verhältnis der beiden Sagen ist insofern bemerkenswert, als die Raben-schlacht ihre Helden nur als diesseits der Alpen wohnende Recken kennt,während die Flucht ihnen meist ihre Heimat in Italien zuweist. Wir lernennun in beiden Sagen kennen: Erwin von Elsentroje, einen Mann,der als Landgraf bezeichnet wird. Weiter heißt es: er ist Sigehsr genantund ist Herre zu West vol. Dann werden wieder Helden aufgeführt:Iubart von Latran, Starcher und Elsan, Stuotfuchs von Rine, von MetzenOrtwine >— daz was der starke Jrinc — und das ander her Blondeltn —und von Elsentroy her Erewrn. Und in der Rabenschlacht: Da sprachErwin von Elsentroie:
„Darnach in kurzen ziten —dü zogte uz der stafdie auch wolden stritenals man mir gesaget hat,zwelf tusend wigande,die waren kamen von Westvälen landeIr aller houptherreder zwelf tüjend man,von dem huop sich dä werre,sinen namen ich in wol nennen kan,
Erwin was er genennet,den man in scharphen striten wol erkennet, . .
Nentwin von Elsentrojeder kam auch in den strit."
Mit diesen ausgehobenen Stellen mag es nun vorerst genug sein. Wirerkennen aus ihnen, daß in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts Elsen-troje ein ganz bekannter Ort in Westfalen war, denn der vondort stammende Landgraf Erewin heißt auch Herr zu Westfalen, HerrErwin von Elsentroje oder auch einfach Erwin von Elfen, und in derRabenschlacht 224, S6 begegnet in ^ neben Elsentroie auch die LesartElfen, wie auch in der Flucht (Str. 186) Elfe der ^vigank (Kämpfer) auf-tritt. Neben der Amtsbezeichnung Landgraf finden wir für Erwin auch den