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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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168 Aliso in seiner Verknüpfung mit der Heldensage

besonderer Grund dafür vor, daß gerade in der Stammsage der Frankenfür Heiden land die allgemeine Bezeichnung Pannia gebraucht wird,einfach darum nämlich, weil bei Hieronymus nachweislich dieser Name fürHeiden typisch ist. Das beweist uns sein Kommentar zu Iesaja Kap. 42,1, wowir lesen:Sieh da, mein Knecht, den ich aufrecht halte, mein Erwählter, andem ich Wohlgefallen habe! Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt: er wirdden Heiden das Heil verkündigen." Hier gebraucht der Kommentator fürHeiden den Namen Paneas. Ebenso Hesekiel Kap. 27,19, wo es heißt:D a n und Iavan und Mehusal haben auch auf deine Märkte gebracht kunst-voll bearbeitetes Eisen, Kasia und Kalmus." Hier ist die Erläuterung desHieronymus, der für Dan: Paneas einsetzt, besonders kennzeichnend, indemer uns in die Entstehung dieses Namens einen Blick tun läßt.

Und damit steht es so: Pannia war (nach Schürer, Gesch. des jüd.V olkes II, S. 116 ff.) eigentlich die dem Pari geweihte Grotte am Ur-sprung des Jordan. Im Jahre 20 v. Chr. wurde die nach dieserGrotte genannte Landschaft Panias von Augustus dem Herodes geschenkt,der in der Nähe der Pangrotte einen prachtvollen Augustustempel erbaute.Der ebendort gelegene Ort Panias oder Paneas wurde von Philippus, demSohne des Herodes, zu einer ansehnlichen Stadt umgeschaffen, die zu Ehrendes Augustus Cäsarea genannt wurde. In dieser Stadt, die auch später zuEhren Neros Neronia genannt wurde, brachten Vespasian sowohl wie Tituswährend des jüdischen Krieges, eben weil die Stadt vorwiegend heidnischwar, ihre Rasttage unter Spielen und anderen Festlichkeiten zu. Seineoffizielle Bezeichnung auf Münzen ist:Cäsarea Augusti, der heilige Ort,Zufluchtstätte unter Pania", oder auch kurz Cäsarea Panias. Seitdem vierten Jahrhundert heißt die Stadt wieder einfach Paneas. Damit istnun nicht bloß der Ort selbst, sondern auch das von hier beherrschte Gebietgemeint. Bei dieser Doppelbeziehung nun zum Heidentum im allgemeinenwie auch insbesondere zum Römertum will es uns fast scheinen, als ob dieHerkunft der Franken noch genauer durch Pannia bezeichnet sein sollte. Wardenn nicht auch das durch Sigambria näher bezeichnete Heidenlandmit den Römern in enger Verbindung, daß auch hier von einemKaiser-land" geredet werden konnte? Jedenfalls aber war es als Heidenland inder Anschauung der damaligen Zeit in erster Linie, nämlich seiner Entstehung»ach, eine Gründung und Kolonie der Sidonier oder Kananäer. Unddemnach würde auch hierin sich die genaueste Übereinstimmung mit Paniawiderspiegeln, von der es feststeht, daß sie von Sidon aus als Koloniegegründet ist. Und wenn sie am Jordanquellfluß Dan lag, werden wir unsnicht wundern dürfen, wenn sie uns auch noch einmal im Sugambrerlanddamit später verknüpft erscheint.

Aber auch der Teil der fränkischen Stammsage, der mit Troja ver-knüpft ist, findet keineswegs seine Erledigung dadurch, daß man das schongenannte Trozu üruncornirr (Tanten) auf dem linken Ufer des Niederrheinsals das ursprüngliche Ziel der Wanderung der Franken ansieht.Vielmehr haben wir es auch, genau wie Sigambria, und zwar im Sugam-brerland, also auf dem rechten Ufer des Niederrheins zu suchen. Es ist keinanderes als Elsentroja unserer Heldensage. Und dieses hinwiederum ent-