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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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Die fränkische Stammsage mit ihrem fugambrischen Heimatboden 16S

derung endlich erreichte Ziel. Aber die historische Wahrheit läßt sich nicht ganzunterdrücken; um so weniger, als auch die ursprüngliche Sagenfassungeinen guten Klang hatte und ebenfalls geeignet war, berechtigten Ansprüchenauf edle und heldenhafte Ahnen zu genügen. Das war die schon erwähnte Über-lieferung: Die Franken stammen von den Sugambrern ab. Sicherwollte Remigius die Wiege des fugambrischen Stammes nicht nach Pan-nonien, dem heutigen Ungarn, versetzt sehen. Aber auch Gregor weiß mitdieser Mär nichts Rechtes anzufangen und gibt sie darum nur mit abschwä-chendem Vorbehalt wieder. So muß auch die Einschaltung Pannoniens unddie Verlegung Sigambrias an die dort fließende Donau als ein wucherndesReis vom Stamm der Sagenbildung abgetrennt werden. Die Überlieferung,soweit sie im V o l k e lebte und hier finden wir sie in ihrer ursprüng-lichen und mit gelehrten Zutaten noch nicht vermischten Gestalt hat nichtsvon Troja, nichts vom Schwarzen Meer, nichts von Ungarn gewußt, sondernkannte nur die Heimat der Franken auf dem rechten Ufer des Niederrheinsim alten Sugambrerland.

Hier finden wir nun auch unser Elfe wieder, das uns auch in der auffränkischem Boden erblühten Wolfdietrichsage begegnet, die in vielenPunkten Ankläge an die fränkische Trojasage hat.

Auch hier klärt sich der geschichtliche Zusammenhang auf ganz einfacheWeise auf, wenn wir bedenken, daß ursprünglich statt Pannonia in der Sageals Herkunftsort der FrankenPannia" gestanden hat. Erst als man mitdieser Form nichts mehr anzufangen wußte, wurde sie um so eher und lieberin Pannonia umgeändert, als sie auf dem Wege vom asiatischen zum nieder-rheinischen Troja gut untergebracht werden konnte.

Wir haben aber wirklich eine GegendPannia"; es ist dies dieÖrtlichkeit um den Ouellfluß des Jordan, den wir bei den fränkischen Geo-graphen mitDan" bezeichnet finden, wie diese den Jordan aus den beidenOuellarmen, Jor und Dan, entstehen lassen.

Wir müssen nun zunächst, um unserer Gleichsetzung Pannia ^ Sugam-rerland die erforderliche Grundlage zu geben, eine Entdeckung erwähnen, dieerst vor 20 Jahren Stricker gelungen ist und in dem Nachweis besteht, daßdie nordfranzösischen Epiker des 12./13. Jahrhunderts mit ihren aus demOrient entlehnten Namen uns nicht etwa in diese fernen Gegenden, sondernauf das rechte Ufer des Niederrheins, nach W e st f a l e n, auf den Schauplatzder Kriege Karls des Großen mit den Sachsen führen wollen. Hier wohnendieSarazenen", dieK an a a n i ter", dieSidonier" undArabe r", hier ist das Land derH unne n". Diese Ausdrücke gebrauchenfreilich nur die aus der kraftvollen und farbenreichen Volksepik undVolksüberlieferung schöpfenden Dichter, nicht aber die Chro-nisten und Historiker, denen es um historische Treue und um geographischeGenauigkeit ging.

Wir müssen also unterscheiden, ob es sich um Darstellungen für gelehrteund forschende Geschichtsfreunde oder um Schilderungen für den einfachenMann handelt. So hatte sich auch damals schon neben den Erzählungen derKriegsteilnehmer, die mit starken Kraftausdrücken arbeiteten, die zweiteLiteraturgattung herausgebildet, die von höherer Warte aus, wie unsereGeneralstabsberichte, die Geschichte mit nüchterner Kritik behandelte.