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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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Die Urfranken an den Stützpunkten der römischen Macht 161

einträchtigt.Zwieback"- oder Privatsoldaten hießen sie, weil sie alsBrot-leute" ihrer Herren galten. Diese Herren mögen die Aufseher über die ein-zelnen Abschnitte des Limes, die späteren Markgrafen, gewesen sein. Und wievon selbst kommt uns wieder bei diesenKommißbrotsoldaten" ini Dienstihrer eigenen Herren die Sage in den Sinn von den beiden Hünen amMargarethenweg" auf der Strecke TöddinghausenHeil, die stets zusammenbackte n". Wenn es sich hierbei um Stationsorte an der Grenze gehandelthat, so deutet das tragische Ende des einen Hünen und schon die Zwietrachtder beiden das niedergehende System dieser Art Grenzbewachung an. Wie esscheint, haben sich aus den S t a t i o n s o r t en Höfe gebildet, unter denensich einer mit dem Namen curiu Vili(1i8 befindet. Wenn die DeutungDeutzer Hof", die ich nur mit Vorbehalt gebe, richtig ist, so wurde diesecuiiu viUctis von der Besitzerin Wicburg dem Thebäerstift St. Gereon inKöln bereits im Jahre 899 geschenkt. Ich vermute nämlich, daß viliciis dieKurzform für vikiteiwiZ ist und auf castru Oivitensiriur hinweist. Be-kanntlich finden sich auch unter den Heimatbezeichnungen der am oberrheinischenLimes stationierten Grenztruppen Divitenser. Jedenfalls aber weist dasPatrocinium der hl.Margaretha" und der Kult der Thebäer, der in Methlerblühte, auf die rheinischeMutterstadt". Es ist durchaus denkbar, daß imGefolge der von Deutz-Köln an die Grenze kommandierten Truppen auchChristen in viel früherer Zeit, als wir bislang annahmen, unsern heimatlichenBoden betraten, und auch hier sich Gegensätze zwischen Heidentum undChristentum bildeten, wie sie die Thebäerlegende annimmt, so zwar, daß inder Erinnerung des nachlebenden christlichen Geschlechts freilich die ganzePeriode vor der durch Karl den Großen durchgeführten Christianisierungals die Zeit des Heidentums erschien.

Es ist nun ein eigenartiger Gang der geschichtlichen Entwicklung, daßauf diesem Boden der zusammenbrechenden Römerherrschaft sich der Bundder Franken bildete und daß die späteren Kriege dieser zur staatlichenSelbständigkeit erstarkten Volksmacht gegen die Sachsen auf demselben Bodensich abspielten, auf dem auch die Uranfänge des fränkischen Völkerbundesanzunehmen sind. Denn nur so können wir es uns erklären, daß ein Jahr-hundert nach dem Untergang der Römerherrschaft im Gebiete der fünf Volks-gemeinden uns der Stamm der Chattuarier mit der neuen, bedeutsamenBeifügung begegnet:Die auch Franken genannt werden". Dader Anmarsch Julians gegen sie von Tanten die Lippe herauf und dann insBergland hineinging, wo die steinigen Wege als besonders beschwerlich be-zeichnet wurden, so ist das Land südlich der mittleren und unteren Ruhrihre Heimat. Hier bot sich auch der beste Schutz gegen plötzliche Angriffe.Daher brachen sie von hier zu ihren Raubzügen gegen das linke Rheinufervor und zogen sich so schnell in ihr unzugängliches Gebirgsland zurück, daßihnen ihre Beute nicht wieder entrissen werden konnte. Das gelang aberzum ersten Mal Julian, vielleicht auch nur mit Aufgebot einer großen Macht.Offenbar hatten inzwischen die Römer auch erkannt, daß ein neuer gefährlicherFeind ihnen erwachsen war. Dabei handelte es sich nicht mehr um einenStamm, sondern um einen Bund von Stämmen. Und dieser erwiessich wesentlich fester und geschlossener, als es früher bei den durch die augen-blickliche Not entstandenen Zusammenschlüssen der Fall gewesen war. Sie

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