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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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162 Aliso nach der Varusschlacht und in spätrömischer Zeit

waren wieder auseinandergefallen, sobald die Gewitter sich wieder verzogenhatten.

Noch Schlimmeres: dann waren innere Kriege entstanden, die gründ-lichst das ausrichteten, was die Römer nicht vermocht hatten. Die fünf Volks-gemeinden aber, die ^ Jahrtausend unter römischer Schutzherrschaft gestandenhatten, waren in eine gute Schule gegangen und hatten nun die Jahrepolitischer Unreife überwunden. In engerer Verbindung mit dem Römertumhatten sie erkannt, was straffer staatlicher Zusammenschluß bedeutet, hattenauch römische Kriegskunst gelernt und waren weit über die Grenzen ihrerHeimat hinausgelangt. Unter den deutschen Angehörigen des römischen Heeresbegegnet uns sogar noch im Jahre 36S ein germanischer Edling, der sich alsBefehlshaber des Geschützwesens bei der Belagerung von Cycicus besondershervortut: er heißt Aliso! Wenn wir natürlich auch keinen Beweisdafür beibringen können, so ist es vielleicht doch mehr als eine ansprechendeVermutung, wenn wir in ihm einen Vorfahren der Besitzer desgroßenElsenhofes" sehen. Ein solcher Elfe begegnet noch 1486.

Aber auch der große Fund von römischen Goldmünzen, der 1967 inDortmund gehoben wurde, zeigt uns, wie noch um 468, also in frän-kischer Zeit, deutsche Männer vornehmer Herkunft im Solde der Römer alsFührer ihrer Mannen kämpften. Kehrten sie in ihre Heimat zurück, werdenauch sie ihre Kraft in den Dienst der vaterländischen Sache gestellt haben.So ist es ganz natürlich, daß wir nicht nur die Chattuarier, sondern auch dieübrigen den fünf Volksstämmen zuzuzählenden Völker, die Usipeter, Tubanten,Tenkterer und Novarieser (?) um die Mitte des dritten Jahrhunderts alsFranken auftreten sehen. Ihr NameFranke n" bezeichnet dieFreie n"und sollte wohl ausdrücken, daß sie nunmehr, unter Zurückstellung ihrerEinzelinteressen, als Völkerbund die große gemeinsame Sache des deutschenVerbandes gegen ihre früheren Beschützer, die sehr bald ihre Aussauger ge-worden waren, vertreten wollten. Sie müssen sich bald nach Norden, auchin das alte römische Militärgebiet um Aliso vorgeschoben haben. Jene diespätrömischen Scherben auf dembeilaufenden Turm" ablösenden deutschenGefäßreste des frühen fünften Jahrhunderts zeigen uns, daß um diese Zeitdie Franken unbestrittene Beherrscher der Gegend waren. Einmalin dem ehemals von den Römern bevorzugten Gebiete heimisch geworden,haben sich diese Urfranken auch die Stützpunkte der römischen Machtangeeignet. Vor allem wird nun auch das ganze Markenland derTeuten in ihren Besitz übergegangen sein.

So ist es denn kein Wunder, daß auch die fränkische Stamm-sage diesen Gang der Entwicklung, vor allem auch die Gegend südlich derLippe, als die Heimat der Urfranken festgehalten hat. Dieser Sage wendenwir uns nun zu.