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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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Vermutungen über spätrömische Grenzsicherung IM

wucherndes Dorngestrüpp, durch Gräben und andere natürliche und künstlicheHindernisse derart unzugänglich gemacht, daß hier ein Durchkommen kaummöglich war. So blieben nur die Tore oder Durchgänge. Für sie istuns der Name Heck schon ganz geläufig. Er findet sich auch an der West-grenze der Grafschaft Dortmund, woran hier nur erinnert sein mag. DieseTore oder Limesdurchgänge (sultrrs) haben die Römer zu regel-rechten Torburgen ausgebaut. In dem Namen Heck oder Schlagbaummag auch noch eine Erinnerung sich erhalten haben für das Fallgatter, welchesauf den eingedrungenen Feind niedergelassen wurde. In Gadderbaumhaben wir noch einen Anklang an diese Einrichtung, da Baum hier Schwebe-baum ist, der mit Spitzen versehen war; demnach wird auch Heck nichtsanderes sein. Da für dieses wiederumGrendel" auftritt, der am Pflug denmit der Pflugschar versehenen Schwebebaum bezeichnet, so haben wir in allendiesen Ausdrücken Bezeichnungen für dieselbe Sache, wie wir auch schon z. T.dieses beimBirkenbaum" andeuteten. Wir fanden nun schon den Flurnamenbei den Durchgängen" sowohl an der äußersten Linie westlich Werl wie auchbei der westlichsten Linie des Seseke-Körne-Winkels. So ist denn der Wegvon dort durch das Teutheck auf denb e i l a u f e n d e n Turm" los-gegangen.

Doch wie gestaltete sich denn um unsere Darstellung von den Be-ziehungen der Teuten zueinander wieder aufzunehmen, die weitere Ent-wicklung für den Fall, daß der Feind auch die mittlere Linie durchbrach?Dann eilte die Besatzung der westlicheren Teute den bedrängten Kameradenzu Hilfe. So konnte der Feind von zwei Seiten gefaßt werden. Das Zangen-system (lorcipis speeie) zeigte sich nun auf engerem Raum in voller Wirkung.Rückte der Feind dennoch weiter vor und durchbrach er sogar die westlichsteLinie, dann kam es zu Großkampfhandlungen, für die mittels der an denStraßen errichteten Signaltürme die Rheinbesatzungen herbeigerufen wurden.

Damit liegt nun das Mark engebiet der Teuten östlich Oberadeneinigermaßen deutlich vor unseren Augen. Es wird dies Zwischenlandin friedlichen Zeiten auch Weideland für das Vieh der Limesbesatzungen ge-wesen sein. Die schon öfters erwähnte Spezialkarte des Kreises Hamm vonGosebruch aus dem Jahre 1799 führt nun den größten Teil dieses Gebietes,namentlich östlich der Werver Tüte als Staats land auf, woraus wirschließen können, daß der Charakter des Markenlandes sich bis in dieNeuzeit erhalten hat. Wir werden später noch sehen, daß auch die WestfälischeNibelungensage diesen Strich als eine bedeutsame Grenze gekannt hat.

Wie aber erklärt es sich nun, daß das Veronesische Provinzialverzeichniseine Grenze von 89 Leugen 176 ürrr römischen Reichsbesitz angab, alsonicht nur bis an die Ostgrenze des heutigen Kreises Hamm, sondern bis nachLippstadt reichte und den Soestgau noch mit einbegriff? Auf diese schonfrüher gestreifte Frage antworten wir jetzt mit einer Feststellung Mommsens,die wir einer lichtvollen Abhandlung des großen Historikers über:Dasrömische Militärwesen seit Diocletian" (Hermes" Heft 24, Jahrg. 1889) ver-danken. Es heißt da wörtlich:Über die geordneten römischen Distrikte reichtdas Reichsgebiet überall hinaus, und begegnen ebenfalls reichs-angehörige, aber nicht munizipal geordnete, sondern der Regel nach vonStammhäuptern oder Fürsten regierte Distrikte, bezeichnet als Zerrtes oder