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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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Vermutungen über spätrömische Grenzsicherung 1SS

ist Aussicht vorhanden, daß die Örtlichkcit nun bald mitsamt ihrer Umgebungdurch planmäßige Spatenforschung aufgedeckt wird. Wie ich mich vor einemVierteljahrhundert bemühte, bei Oberaden als Pfadfinder der Wissenschaft zudienen, so war dies auch bei den neuen Fundstellen mein Bestreben. Nochstehen wir bei diesen vor einer Reihe von Rätseln. Unter ihnen steht auchmit an erster Stelle die Frage: Wie kommen amKeveling", 700 irr nord-westlich vomTurm", die Augusteischen Scherben in die Körne? und was istes mit den vielen Rinderschädeln, die an der Stirnseite die Schlachtmarketragen? Rühren sie von der Urbevölkerung oder von den Römern her, undkönnten wir zutreffendenfalls daraus auf eine starke Siedlung der Römer indiesem Flußwinkel schließen? Und neben römischen Scherben vomTurm"auch germanische Ware vom 2.4. Jahrhundert. Läßt das auf zeitweiligeBeherrschung des Platzes durch Deutsche schließen oder standen diese inrömischem Dienst? Am bezeichnendsten ist aber, daß die spätrömischenScherben, die den Abschluß dieser Periode bilden, sich genau so auch in Alzey,Altrip und in den St.-Barbara-Thermen in Trier gefunden haben. Da nunauch Arbogast von Trier über Köln kam, so muß überhaupt zwischen dieserzweiten Hauptstadt des römischen Weltreiches undunserer Gegend ein reger Verkehr angenommen werden. VonTrier bis Kamen!

Wenn wir also diesen Punkt als Grenzmark des römischen Reiches an-nehmen, wird uns auch der Name dieser Stadt, der nach dem Urteil unsererwestfälischen Germanisten ich nenne nur Jellinghaus und Cramerunbedingt Fremdwort ist, nicht mehr rätselhaft erscheinen. Noch heutehaben wir in Kamen eine Kämstraße. Bekanntlich führen heute noch dieanerkannten Römerstraßen an der Mosel und in Luxemburg den NamenKäm" oderKim", entstanden aus Eamiirus, das noch heute im fran-zösischen clrerrrin ^ Weg anklingt. Wie nun die spätrömischen Tongefäßegerade aus der Nähe der Hauptstadt des Römerreiches kamen, so wandertenmit den Sachen, wie überall, auch die Worte. Wie Turm selbst einFremdwort ist, so ist auchKäm" durch hier stationierte römischeTruppen in unsere Gegend gelangt.

Es sei uns nun gestattet, über die Frage der römischen Besatzungim Grenzstrich der Teuten: KamenHeerenWerve noch weitere Auf-klärung zu geben.

IV. Vermutungen über spätrömische Grenzsicherung imMarkengebiet der Teuten am Teutheck bei Heeren-Werve

Es war in meinem Sommerurlaub 1928, als ich der Gegend Heeren-Werve erneut meine Aufmerksamkeit zuwandte. Mein Interesse steigerte sich,seitdem es mir bereits Herbst 1927 gelungen war, das von Hülsenbeckgenannte Teutheck aufzufinden. Dasselbe liegt neben der WerverSchule, wo der von KamenHeeren kommende Weg eine scharfe Biegungnach Süden macht.

Was mir 1927 entgangen war, stellte nun aber ein Jahr später meinFreund Herr Pfarrer Kochs-Kamen in meiner Gegenwart fest, daß nämlich