142 Aliso nach der Varusschlacht und in spätrömischer Zeit
kennbar, geht über die „Sachsäcker" auf die ehemalige Brücke los. Dieselbeist von dem verstorbenen Berginvaliden Voß (Oberaden) im Jahre 1868 beiUferarbeiten in der sogenannten „alten Seseke", einem Nebenarm, der in derRömerzeit der eigentliche Bach gewesen sein muß, aufgesunden worden. DieHauptpfosten, schwarz und noch „gäwe" (unverfault), waren mit Eisenschuhenversehen, wie sie denen an der Mainzer Römerbrllcke genau entsprechen.Der Weg ist dann als „schwarze Hecke", „Lettstraße", „Hundhegge", „Ge-hiege", am „Türmchen" vorbei zur Lohhecke auf den Margarethenweg weiter-gegangen, wo wir auf Grund unserer früheren Darlegungen schon gut be-kannt sind. Diese Nord-Seseke-Straße hat also sich in einem Abstand von1 Uirr südlich von der Drusussestung gehalten und das Dorf Oberaden nuran seiner Südostgrenze (Lette) geschnitten, um dann in den GemeindebezirkWeddinghofen überzutreten, zu dem auch Töddinghausen gehört.
Die Seseke-Südstraße hat, wie schon bemerkt, ebenfalls sofort nach derGabelung einen selbständigen Namen, nämlich „Berkenhecke". Sie zieht ander Seseke entlang, am Sante-Moritz-Teich vorbei auf Hilsingsmühle. Hiergeht heute die Straße nicht nach Osten weiter, sondern biegt südlich ab aufdas geschlossene Dorf Westick, das sich südlich vom „Turm" Westick gebildethat, während starke Siedlungsspuren am 1 üirr nördlich liegenden „bei-laufenden Turm" anzudeuten scheinen, daß hier früher der Kern der An-siedlung sich befunden hat. So ist denn diese letzte Strecke der großen Heer-straße, sicher ein historisch hochbedeutsamer Abschnitt, untergegangen, als dasMarkengebiet der Teuten aufhörte als Grenzabschluß und Sperr-Riegel zudienen, und mit Einführung des Christentums die Kirchspielskirche in Methlerumgestaltend auch auf die Wege einwirkte. Dabei blieb aber doch, wie wiruns erinnern, die alte historische Ostsperre als Kirchspielsgrenze wirksam.
Nunmehr scheint mir aber auch erst der Augenblick gekommen zu sein,die schon in unserer Einleitung gestreifte Frage nach dem Kastell Alisoerneut zu stellen. Daß sie eng zusammengeht mit dem Wegebau des Tiberiusund Germanicus und der Schaffung des Limeskopfes (cuMt liruitis); daßsie nicht lösbar ist ohne die Annahme eines östlich Oberaden von Norden nachSüden ziehenden liruss Irunsversrw oder Querlimes hoffen wir deutlichgemacht zu haben und in späteren Ausführungen noch mehr erweisen zukönnen. Es wäre doch auch strategisch völlig unverständlich, wenn der Lippe-Seseke-Winkel an der östlichen, dem Feinde zugekehrten Seite offen gebliebenwäre. Dann hätte sich der Töddinghäuser Berg mit Höhe 91,1 als einehöchst gefährliche Nachbarschaft für jede weiter westwärts gelegene römischeBefestigung bemerkbar gemacht, mochte sie nun unmittelbar bei Oberadenoder noch 4 ürir weiter westwärts liegen. Die von uns oft genug beschriebeneLinie des Margarethenweges und seiner südlichen Fortsetzung am Körnebachmußte entweder von den Römern mit in ihren Grenzschutz einbezogenwerden oder, wenn das in unbegreiflicher Vernachlässigung der natürlichstenstrategischen Grundregeln nicht geschah, so fiel sie den Germanen zu, die vonhier aus ständig das römische Gebiet bedrohten. Es ist nun ganz natürlich,daß wir hier die durch Türme gekennzeichneten Linien fanden. Nicht zu ver-kennen ist auch, daß die beiden Sesekestraßen, sowohl die auf dem Nordufer,wie auch die auf dem Südufer den Fluß begleitende auf der Querlinie (limesIruirsversus) senkrecht stehen. Erreicht die Nordstraße diese Querlinie auf