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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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Die erfolglose Belagerung Alisos nach der Varusschlacht 131

Linie mit den Punkten Mainz(Castel)LippemündungDrususlager inElsey bei Oberaden die Zurücklegung einer solchen Wegstrecke in 24 Stundenmöglich machten. Mit Recht ist denn auch von Valerius Maximus dieseReise des Tiberius als Musterbeispiel für Schnellverkehr imAltertum angeführt worden.

Nach so vielen voraufgeschickten zeugniskräftigen Belegen werden wirnun mit gutem Gewissen wieder an unsere schon angedeutete Frage heran-treten dürfen, ob sich auch noch monumentale Zeugnisse in der Gegendunseres Lagers selbst werden feststellen lassen. Da ist es denn vorab schonein bemerkenswerter Umstand in unserer Überlieferung, daß dieselbe in ähn-licher Weise, wie amWüstenknapp" auch in der Gegend von Hullern6 llirr östlich Haltern und wiederum in gleicher Weise auch auf dem Anna-berg westlich Haltern auftritt. An diesen beiden Orten hat sie vor rund6l) Jahren schon der verdiente Hülsenbeck vorgefunden, also zu einer Zeit,wo von einer Beeinflussung der Volksüberlieferung durch Ausgrabungen nochgar nicht die Rede sein konnte. Wiederum, als die Sage mir um das Jahr1904 erstmalig aus dem Munde einer hochbetagten Sagenerzählerin inÄgypten" so nennt der Volksmund bezeichnenderweise heute noch dieGegend nordwestlich vom Römerlager ans Ohr klang, war auch beiOberaden noch kein Spatenstich getan. Die ehrwürdige Alte, ein FrauKlostermann, wußte nur, daß diehohen Herren", welche vor nicht garlanger Zeit die Lippe heraufgezogen seien, die große Untersuchung nur auf-genommen hätten, um endlich das Grab des Heidenkönigs unddessen goldenen Sarg zu finden. Natürlich handelte es sich damals umAuffindung der Lagerreste, die mit Sicherheit an der Lippe anzunehmenwaren. Der Weg, den die mit der Aufsuchung beauftragten Gelehrten damalsnahmen, führte übrigens durch das Gebiet hindurch, das zwischen demLegionslager und dem Uferkastell liegt.

Einmal durch Erkundung bei Sagenkennern über den mich stets historischansprechenden Strich dieses Geländes unterrichtet, hielt ich die Gegend im Augeund durfte in reichstem Maße die Bestätigung meiner Beurteilung erleben.So dürfen wir auch getrost dem Zuge der Sage folgen, wenn wir folgendeserschließen: es hat nicht nur eine feste Verknüpfung allgemeiner Art mitdiesen historischen Punkten gegeben, sondern es hat sich auch eine treue Volks-erinnerung über bemerkenswerte Einzelheiten erhalten. Das Volk hat gewußt,daß mit dem Tode des Heidenkönigs ganz eigenartige Bei-setzungsverhältnisse verknüpft waren, über die auch unterschiedliche Kunde vonjeher im Umlauf war. So wollten die einen wissen, daß wirklich der Sargauf dem Wüstenknapp ruhe, wie viele Schatzgräber hatten schon nachihm gesucht, und wie viele Christophorusgebete waren hier schon gesprochenworden, wie dieser Heilige, den besonders die Schatzgräber verehrten, ja auchin der Kirchspielskirche in Methler in seiner ragenden Größe an der Turm-seite abgebildet war. Andere aber, die Bewohner von Hullern, wiederum dievom Annaberg, nahmen die Ehre für sich in Anspruch, den goldenenSarg in ihrem Boden geborgen zu wissen. Nun sind die drei Orte doch allean der alten Römer st raße gelegen, welche die T r ä ger mit dem Sargziehen mußten, wenn der Weg am rechten Lippeufer gewählt wurde. Dannaber konnten sie am ersten Tage nur etwa bis in die Gegend von Hullern