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Die Varusschlacht
in einem, dem ganzen Rahmen seiner Umgebung noch mehr entsprechendenSinne auffassen? NeUio esse hat im klassischen Latein schon die Bedeutung:sich in der Mitte — auf einem m e d i a t i s i e r t e n, jedem zugänglichenBoden befinden, wie wir schon früher die Burg bei Oberaden als einensolchen erkannten. Heute noch gibt's nordwestlich Büderich die Flur: „Mittel-land an der Landwehr". Genug: wenn südlich vom „Hilligen Heck" ein demfreien Zutritt und profanen Grenzverkehr „Todmodde") zu-gewiesener Boden war, auf dem Varus nun weiter nach Westen durch das„Markengebiet der Teuten" nach Aliso durchzukommen versuchen mußte, dannwar er tatsächlich auf einem solchen Gebiete, das uns Tacitus gar nicht klarerbezeichnen konnte. Da im Norden der heilige Grenzbezirk des Birkenwaldes,im Süden der heilige Hain der Lürkerke sich befand, so lag in der Mittezwischen den zwei Waldheiligtllmern das mit mectio cuurpi treffend be-zeichnete Gelände, das allen Bedingungen gerecht wird, die wir auf Grundder Birken w a l d sage im Einklang mit der von Tacitus gebotenen Orts-beschreibung als gegeben ansahen, ja fordern mußten.
Aber nun kommt noch ein wichtiger, letzter Punkt, der nicht mehr dieBirken wald sage, sondern die Birken bäum sage betrifft. Mit einem Wortgesagt: Wir haben zwei Brennpunkte gefunden schon im ältesten, aufuns gekommenen Bericht unserer Sage (17V1) und müssen nun auch dieKatastrophe an dem 3 Irin südwestlich, nämlich bei Holtum-Hemmerdegelegenen Birken bäum quellengemäß unterbringen. Aber sind nicht auch inden klassischen Quellen schon selbst zwei Brennpunkte angedeutet? Nurmit dem Unterschied, daß natürlich die römischen Berichte einen Schleierüber das Nachspiel breiten, das wir den „zweiten Brennpunkt derSage" nannten. Also: am Birkenwald bei Budberg (nemris delulurumpiops LoäkerZuirH Untergang der Kämpfer, die, Lucius Eggius folgend,mit dem Schwerte in der Hand fielen oder hingeschlachtet wurden, dagegen am„Birken bäum" ehrloser Tod der feigen Flüchtlinge, die sich dem ValaNumonius angeschlossen hatten, aber auch in Cejonius, der im Birkenwaldfür Kapitulation gestimmt hatte, einen Führer gefunden haben mochten.Denn, wie uns die unveränderten Quellen melden, ist Vala Numoniusnicht mit der Kavallerie allein, sondern auch zusammen mit anderen(cuin aliis) geflohen. Wiederum nämlich war es verkehrt, die genanntenWorte c -uin ulüs umzuändern in: cum alis — mit den Alen, den Reiter-abteilungen. Dies zu sagen war völlig überflüssig, weil es selbstverständlichwar. Aber er floh „mit anderen zusammen", die keine Reiter waren unddarum auch nicht so weit gekommen sein werden, wie ihre berittenen Kame-raden. Und wenn uns nun tatsächlich auch wieder die Birkenbaumsage inihrer erweiterten Fassung, die uns auch die Flucht überlieferte, von Stockum,westlich Hemmerde redete, so ist tatsächlich mit der Tragödie bei Budberg derSchlußakt noch nicht zu Ende. Dieser vollzog sich vielmehr am Birken bäum,wo wiederum der Durchgang verlegt war. Denn inzwischen wird dasganze Markengebiet der Teuten an allen drei Linien, der östlichen am Vir -kenbaum, der mittleren am Teutheck bei Heeren-Werve und nunmehrauch an der westlichen im S e s e k e-K ö r n e-W i n k e l von Heil bis nördlichder Teufelsküche bei Massen besetzt worden sein. Namentlich die Durchgänge,