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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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1ll6 Die Varusschlacht

im Volksbewußtsein lebt. Diese Bezeichnung hat dann sogar später dazugeführt, sie im vornehmlich religiösen Sinn zu verstehen und als den Gegnerdes sog.weißen Fürsten" den Antichristen, den man auch denEndchristen" nannte, anzusehen. Demgemäß mischten sich auch unter demEinfluß der Kirche die Schilderungen der Endzeit ein, die dem Auftreten desAntichristen vorangehen. Es ist eben die Zeit der Auflösung, in der dieBosheit und Gottlosigkeit ihren Gipfelpunkt erreicht, so daß ein Gerichthereinbrechen muß; derweiße Fürst", auch eine mit biblischenFarben gezeichnete Lichtgestalt, ist der Vollstrecker dieses Gottesgerichtes. Daes sich um das höchste Ziel, die Herrschaft über den Erdkreis, handelt,beteiligen sich an diesem letzten Ringen die großen Staaten Europas.

Auch der Schauplatz ist wie die dreitägige Kampfdauervon außerordentlicher Ausdehnung. Hier hat das Volk noch mehr gewußt, alsdie Niederschrift meldet. Iasper, ein frommer, schlichter Mann, Schäfer desDorfes Deininghausen (bei Mengede), wußte im Jahre 1830 zu melden, daßdie Schlacht, die man mit der Bezeichnungam Birkenbaum" zu engbegrenzte, in Wirklichkeit ihren Schauplatz zwischen Unna, Hammund Werl habe, eine Anschauung, die auch mit der von Beykirch schonvor 80 Iahren gegebenen Darstellung sich deckt, nach der die Flucht nachder Schlacht einem gewaltigen Völkerzuge gleicht, der von Osten nachWesten geht.

Und woher kommt der Feind? Vom Rhein her, durchs Sauer-land.Die Soldaten tragen Hüte wie die Krieger, die Christum gekreuzigthaben." Neben diesem weiteren Schauplatz, auf dem Anmarsch undFlucht mitbehandelt werden, ist nun die Heraushebung einzelnerbestimmter Punkte von größter Bedeutung.

Sicher hat an diesen mit solcher Genauigkeit bezeichneten Örtlichkeiteneine Geschichte gespielt, die sich dem Volke tief einprägte, wie wir es schonbei Oberaden sahen und auch nachprüfend bestätigt fanden. So läßt dieVolksüberlieferung denweißen Fürsten" von Bremen kommen. Dannreitet er nach der Haar. Von hier überblickt er die ganze Ebene und faßtbesonders die Gegend des Birkenbaums ins Auge, der zwischen Holtum undHemmerde stand.

Aber die Aufzeichnung von 1701 hat auch einen weiter nordöstlichgelegenen Punkt, dasB i rk e n w ä l d ch e n nahe bei Budberg"besonders hervorgehoben, weil dort der Kampf beginnen wird. Es handeltsich also um eine Schlacht, die eigentlich zwei Brennpunkte hat, die3 Irin auseinanderliegen. Vom Birkenwäldchen, dem Vorgholz nord-westlich Budberg hat sich der Kampf in südwestlicher Richtung an der Tod-modde entlang gezogen und entbrennt dann noch einmal am Virken-baum, der nichts anderes ist, als ein G r e n z d u r ch g a n g weshalber auch Berbaum hieß, mit ganzer Furchtbarkeit.

Aber auch der Beginn des Kampfes muß schrecklich genug gewesensein. Darum werden auch die Dörfer Budberg und Sönnern alsbesonders schwer heimgesucht bezeichnet und mit einem dreifachen Wehe!Wehe! Wehe! bedacht. Hie rwird es sich offenbar handeln um Erkämpfungdes Überganges über denBach, der von Abend nach Morgen fließt":das ist der Salzbach oder die Saltappe, der G r e n z b a ch, der die sog. nasse