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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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Die Varusschlacht

Spatens sich nicht auch zugleich durch die Homerische Sage hätte leiten lassen.Oder ein Beispiel aus neuester Zeit und unserer engeren Heimat. Als imSeptember 1928 zwischen Letmathe und Jserlohn, im Gemeindebezirk Oestrich,der wundervolle, germanische Goldfund nach mehr als einer 1 ^tausendjährigenRuhe aus dem Schoße der Erde ans Licht gebracht wurde, empfand die Be-völkerung die große Entdeckung wie die Bestätigung einer alten Volksüber-lieferung, die eben in dieser Gegend, in der Nähe des Burgberges, von einemvergrabenen Schatz zu fabeln wußte. Auch von demHünenpad",den die Volkssage der Oberadener Bauern auf denKnapport" über der Lippelosgehen ließ, war keine Spur mehr vorhanden. Dennoch blieb die Traditionbei dieser Annahme und fügte noch hinzu, dort oben auf der Höhe sei einheidnischer Kirchhof und auf dem anderen Lippeufer, demWüstenknapp",sei der Heidenkönig begraben. Da war es wieder eine Bestätigung der Volks-kunde, als eben hier auf demKnapport", genau am Kopfende desHünen-pads", das Lippe-Uferkastell ans Licht kam. So zäh wie westfälische Eichenwar das Gedächtnis der bodentreuen Söhne derroten Erd e". Das giltauch von der B i r k e n b a u m s a g e, wenn wir namentlich die von ihr alshistorisch bezeichneten Einzelörtlichkeiten auf ihren Zusammen-hang mit der von uns dargelegten Geschichte untersuchen. Sie birgt wert-vollen historischen Inhalt. Doch müssen wir die Sage selbst zunächst in ihremBestand aufweisen, wie sie in der Aufzeichnung und in der Volksllber-lieferung heute noch lebendig ist.

Es ist ein großes Glück, daß der verdiente Heimatforscher, Herr Ober-lehrer Franz Lotze in Werl, in seiner Schrift:Sagen der Haar undBörd e" (Druck und Verlag F. Blank, Soest i. W. 1927) uns die Virken-baumsage noch einmal vorgeführt, auch durch seine unermüdliche Nachforschungim Volke die so viel reicherefrühere Gestalt der Sage neu erschlossenhat. Wir lassen nun zunächst die Aufzeichnung der Sage folgen, wie sie sichfindet in einem Buche mit dem Titel:Abhandlung über die himm-lische Erneuerung, von einem Ungenannten, der durchGesichte erleuchtet wurde. Mit Erlaubnis des Werler Offizialats.Köln 1701":

Prophezeiung über den fürchterlichen Kampf desSüdens gegen den Norden und über eine schrecklicheSchlacht an den Grenzen des Herzogtums Westfalenin der Nähe von Budberg.

Nach diesen Tagen wird die traurige unglückliche Zeit hereinbrechen, wiesie der Erlöser vorhergesagt. Die Menschen aus Erden, sich fürchtend, werdenvergehen in Erwartung der Dinge, die da kommen. Der Vater wird seingegen den Sohn, der Bruder gegen den Bruder. Treue und Glauben werdennicht mehr zu finden sein.

Nachdem die Völker sich gegenseitig lange bekriegt haben, Throne zu-sammengestürzt sind, Reiche umgestürzt wurden, wird der unverletzte Südengegen den Norden (Muster contra ^c^uilnireirr) die Waffen ergreifen.Dann wird sich's nicht um Vaterland, Sprache und Glauben handeln? ver-einigen werden sie sich, um zu töten und zu kämpfen um die Oberherrschaftüber den Erdkreis.

Mitten in Deutschland werden sie aufeinandertreffen, Städte