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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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199 Die Varusschlacht

ihrer Umgebung nach alten Bezeichnungen für Grenze zu suchen; sie würdendann noch viele Teuten entdecken, wo heute die Erinnerung an diese Land-scheiden erloschen ist. Wie mir scheint, geht teute (tozcke) auf das auch vonI. Grimm bemerkte und mit Grenze erklärte tlrv/its zurück, das er vontllveotan teilen (scinckere, lindere) ableitet und nach Iellinghaus noch intxvaellte, tllxvite nachklingt. Vielleicht können wir auch an Deut im Sinn vonScheide münze denken. Dann wäre Teute also die Land scheide.

Aber mag unsere Vermutung richtig sein oder nicht, es geht doch um dieFrage, ob einwandfrei feststeht, daß im mittleren Lippegebiet tonte als Grenzegegolten hat. Da dürfen wir denn uns die Mühe nicht verdrießen lassen, alteGrenzen mit dem Namen teute aufzusuchen. Sie stehen uns in solcher, zumGlück urkundlich bezeugten Fülle zu Gebote, daß wir uns auf eine Auswahlbeschränken müssen. So notiere ich denn für die an der Süd grenze der Graf-schaft Dortmund an der Emscher gelegene Mühle (nach Ztschr. d. Ver. f. rhein.u. westf. Volkskde, 13. Jahrg. 1916): T e ute nmühle, Teutenmole, fürGrenze: dieTeite, an der (to der, boven der) Toyte (Teuten), amToyten-wege, in der Toytenmole, T o t e n kamp (aufm Töttenkamp). Aus Rübel,Dortmunder Finanz- und Steuerwesen S. 277: Item 4 morghen myn 1 schepel-zede an der Teuten geheten. Aus v. Steinen, Westf. Gesch. XVI. S. 137, 1:Das Teuten Heck zu Dorstfeld ist Bochums (Bochum Amt) Ostgrenze vom Amt2) . . . 3) Der Lütgendortmundische Frone hat einen Maleficianten, als er ihndes Landes verwiesen, bis durch das Teuten Heck gebracht, 4) Die Amt-bockumschen haben den Hellweg bis nahe an das Teut Heck gemacht. Wir sindauch in der Lage nachzuweisen, daß auch Teute und Teuto gleich sind, denn beiv. Steinen W. G. XVIII, S. 1997 unter Flierich lesen wir:Hernach (nach1695) ist X. Teuto oder Teute Pastor gewesen." XVIII, S. 926: Boenen: 1674Ludolf Henrich Teuto wird Pastor. Ganz recht erklärt auch schon Seibertz dasWort in einer Urk. v. I. 1332 (Urkundenb. z. Landes- u. Rechtsgesch. d. Herz.Westf. I, 639), wo es heißt:an waldt, an ackern, an wiese, an vischerie, alsoals das binner dem Teiden zu der Norderna gelegen ist", durch:Grenz-mar k".

Und nun die H au p t s a ch e: Unser Teutheck bei Heeren-Werve !v. Steinen, XXVIII, S. 899 bringt folgende Urkunde bei: 1464 op Sünte Lucastach des Hylligen Evangelisten hebben Goswin de Hane und Regula syn echteHuißfraw, um Godtswillen, Marien siner werden Moder der HimmelschenKöniginnen und in Ere des Hochgeloveden Hemelvorsten des guden HerrnSünthe Anthonius und um seligkeit unser Seelen gegeven op dat Altair des gudenHerrn Sünte Anthonius thoHerne gelegenin der Kerken 2 Scheppel Landes, des1 scheppelsede gelegen is an dem Toyet Hecke und schut op den nesten Henh-linckkamp, und dat ander scheppelsede da ligt boven dem Oistmersche ... datis mede kundig Herrn Johan Gysen Prester Pastor in der tydt tho Herne,Iohan v. d. Recke Herrn Goderdes Son, Ritters, und Bernde v. d. Recke toWerve.

Diese Namen sind nun auch heute noch sowohl im Volke als auch im Grund-buche bekannt und in Gebrauch. Es heißt nämlich im Kataster: Heißelmann,Acker am Toedthecke, Im Toedthecke, In den T o e d t gärten, Aufder Thöde, In der Thoede, Vor den Toedthöfen 3,66 Im, Doedt-acker 9,96 Im, Timmermann hat Hütung auf der Tüte Am Thoed -

Heck-Acker Auf der Thöde Hofraum, In der Töd e. Alle diese

Namen an der Tüte und dem Teutheck bei Herren-Werve zeigen, wie lebendigsich diese Stelle im Sprachbewußtsein des Volkes gestaltete, und wie mannig-faltig sich der Verkehr um jenes Heck, den Grenzdurchgang, zusammen-drängte.

Doch es gibt den Namen teul (tozck usw.) auch in Lippe-Detmold,