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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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Sprachliche und urkundliche Belege zumTeutoburgiensis Saltus" 39

So werden wir denn nicht einmal lediglich vom sprachlichen Stand-punkt aus ein Recht haben, saltus, den Lageort der bleichenden Gebeine vomJahre 15 alsWald" zu übersetzen.

Es kommt aber noch der Umstand hinzu, daß uns dasselbe Wort saltus indemselben engen Zusammenhang, in dem uns Tacitus vom Schlachtfeldbesuchdes Jahres 15 erzählt, auch an einer anderen Stelle begegnet, wo es nicht den-selben Sinn haben kann, wie in der Wortverbindung Teutoburglensis saltus.Dieser Zusammenhang ist folgendermaßen: Nachdem sich Germanicus ent-schlossen hat, das Schlachtfeld des Varus aufzusuchen und der Linie des Todes-zuges, soweit sie Kampflinie war, zu folgen, schickt er Cäcina voraus, um diedunklen Waldschluchten zu durchforschen (ut occulta saltuum scrutaretur).Wir haben unter diesen saltus, deren es darum auch der Plural saltuum!mehrere gab, dieselben Örtlichkeiten zu verstehen, die uns der griechischschreibende Dio Cassius mit den Worten beschreibt:Die Berge warenschlachten reich und zerklüftet". Soll eine solche Bodenbeschaffenheit durchsaltus ausgedrückt werden, so tritt im guten Latein auch wohl die Verbindungin saltus kaueibus auf, also wörtlich unsererKehle" entsprechend, eine ingebirgigen Gegenden oft uns begegnende Bezeichnung. Wenn nun mehreresolche von Dio Cassius bereits vorerwähnte und auch von Tacitus wieder-bemerkte saltus Schluchten in dem verhängnisvollen Waldgebirge vorhandenwaren, dann kann doch schwerlich dieses in seiner Gesamtheit ebenfalls mitsaltus bezeichnet gewesen sein.

Vielmehr steht der Teutoburglensis saltus zu den übrigen saltus in einemVergleichsverhältnis, bei dem wohl eine gewisse Ähnlichkeit mitspricht,zugleich aber auch für beide mit dem Namen saltus bezeichnete Örtlichkeiten jeeine selbständige Besonderheit zu fordern ist. So sind nämlich die saltus, dieCäcina wegen ihrer Dunkelheit und Gefährlichkeit aufklären muß, tatsächlichGebirgsschluchten, der Teutoburglensis saltus aber kann überhaupt nicht mehrim Gebirge angenommen werden, weil uns Tacitus selbst meldet, daß die blei-chenden Gebeine inmitten der Ebene gelegen hätten (mecllo campl ossaalbentia). Diese Unterscheidungen werden wir um so mehr zu machen ein Rechthaben, wenn wir bedenken, daß es überhaupt eine Eigentümlichkeit des Tacitei-schen Stiles ist, in Antithesen zu reden und durch sie größeren Eindruck, zugleichaber auch größere Anschaulichkeit zu erzielen. Ist nun aber für saltus inder Verbindung Teutoburglensis saltus die Bedeutung Ein-gang, Durchgang in einer Ebene (campus)zu fordern, so mußauch die nähere Bestimmung durch Teute sich der mit saltus undcainpus gegebenen Geländebeschreibung sinngemäß einordnen und diesenäher bestimmen.

Keine Beifügung zu saltus ( Durchgang) kann nun passender undauch in der Gegend südlich der mittleren Lippe selbstverständlicher erscheinen, alsteute in der Bedeutung Grenze. Indem wir im übrigen auf unseregeschichtliche Darstellung selbst verweisen, sollen hier nur einige allgemeine Er-läuterungen und nähere Begründungen gegeben werden. Da ist denn wohl dererste Eindruck gleich der des Erstaunens darüber, daß im deutschen Mittel-alter noch der Ausdruck teute (tozlle, tüte, telcls, tcxl u. a.) für Grenze imSprachbewußtsein lebte, heute uns aber ganz entschwunden ist. So auch war esnur zu erklären, daß bislang Teutoburg stets in Anlehnung an Diot Volkverstanden, und Teutoburgiensis saltus als Wald mit einer Volksburg gedeutetwurde. Aber es ist so, wie schon I. Grimm in seinenDeutschen Grenzaltar-tümern" (Kleinere Schriften II. Bd., Berlin 1865) sagt:Das WortGrenze"hat unsere älteren Bezeichnungen verdrängt. Was wir in krein, rainschon besaßen, erborgten wir aus der Fremde." Wir können diesen Ausspruchauch auf teute ausdehnen; und es wäre wohl den Heimatforschern zu raten, in

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