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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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Die Endkatastrophe imTeutoburgiensis Saltus" S7

Scywert. Nach fast allgemeiner Auffassung hat sich diese Verheerung die vierFlußtäler der Ruhr, Lenne, Volme und Ennepe hinaufgezogen.Wenn nun die Bewohner dieser Gegenden solche Züchtigung erfahren, sowerden wir hier die Stämme suchen dürfen, die den Hinterhalt legten.

Dafür haben wir noch einen besonderen Anhalt. Unter den von Ger-manicus am 26. Mai 17 n. Chr. im Triumph aufgeführten Völkern befindensich auch die Chattuarier, die an der mittleren und unteren Ruhrgewohnt haben müssen, weil in mittelalterlichen Urkunden Herbede in ihremGau genannt wird. Sie müssen dem größer-n Verband der Marsen angehörthaben, weil diese nicht besonders in der Zahl der Völker genannt werden,über die der Triumph gefeiert wird. Da aber auch die Marsen einen Adlererbeuteten, so sind sie neben den Kleinen Brukterern hervorragend an derSchlußtragödie beteiligt gewesen. So werden also die Kleinen Bruk-terer von der Lippe östlich Hamm, die Marsen (Chattuarier) von derRuhr und ihren linksseitigen unteren Nebenflüssen herbeigeeilt sein, als siehörten, daß das Varianische Heer, stark gelichtet, aber noch in kampffähigemZustand aus dem Arnsberger Walde über Bremen gegen die Grenze (Teute)heranrückte, um nach Aliso durchzubrechen. Als aber die Römer dort beiBudberg eintrafen und nun glücklich die Straße nach Aliso erreicht hatten,gerieten sie in den ihnen gelegten Hinterhalt.

Zu diesem Hergang würde, um auch diese Vermutung auszusprechen, die Lage der Gräbergruppen im Arnsberger Walde südlich desPlackweges gut passen. Bei beiden Vestattungsfeldern, sowohl auf dem öst-licher gelegenen, amIudenkirchhof", wie auch auf dem westlicheren, amEnsterknick", muß daher der Eindruck aufkommen, daß der unterliegendeFeind vomPlackweg", seiner einzigen, hier denkbaren Marschstraße, ab-gedrängt war. Sein erfolgreicher Gegner aber muß, von Norden kommend,ihn in seiner rechten Flanke angegriffen haben. Das paßt auch zu unsererfrüher schon ausgesprochenen Annahme, daß die Angreifenden von der nörd-licher gelegenen römischen Etappenstraße kamen, wo sie aus den in ihremBesitz befindlichen Stationen Kneblinghausen und den westlicher gelegenenlosbrachen.

Es ist nun weiter von Bedeutung, daß am Ensterknick, worauf ja auchschon der Name zu deuten scheint, der Plackweg sich nach Nordwesten wendet.Hier, wo auch Varus versuchen mußte, den Haarweg in dieser Richtung zugewinnen, wurde demgemäß auch am heftigsten gekämpft, weil es immernoch den Deutschen darauf ankommen mußte, ihren Gegner nach dem unweg-samen Süden abzudrängen. Da er auch seinen Troß verbrannt hatte, undihm nur noch geringe Getreidevorräte zur Verfügung standen, wäre er dortdem Hungertode preisgegeben gewesen. Es gelang aber dennoch den nunverzweifelt um die Behauptung der Straße kämpfenden Römern, hier in nord-westlicher Richtung sich durchzuschlagen und in besserer Ordnung weiter zuziehen.

Nachdem wir nun so, auf dieser Linie weiter fortschreitend, in der Gegendvon Bremen etwa mitten zwischen Neheim und Werl angekommen sind,bietet sich uns als sehr wertvolles Hilfsmittel, als sagengeschichtliche Quellevon einzigartiger Bedeutung, die erschütternde Sage von der furchtbarenSchlacht am Birkenbaum dar, die weit über Westfalen hinaus, ja

Prein, Aliso und die Varusschlacht 7