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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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82 Die Varusschlacht

Gebirge zwischen zwei Punkten, über die gar kein Zweifel kein konnte. Undwie wir heute von Aliso aus die denkwürdigen Stätten des VarianischenDramas wiederzufinden suchen, so mußten die Römer, denen kein Ort inDeutschland besser bekannt war, als die Drususfestung im Lippe-Seseke-Winkel, durch sie auch das Waldgebirge kennen, dessen Name heute Arns -berger Wald lautet. Oder sollten die nach Aliso geflüchteten Reste, diedoch den Zug durch jenes Waldgebirge mitgemacht hatten, gar nichts überdiese Örtlichkeiten berichtet haben? Konnten doch die Lagerinsassen Alisosvon hier aus sogar die westlichen Ausläufer dieses Gebirgszuges sehen! Aberwir müssen noch eine engere Umgrenzung des Inhaltes der neuen Votschaftvornehmen, die sechs Jahre nach dem Drama noch als unerhört erscheinenkonnte. Da wird es uns sogar schwer zu glauben, daß noch nie vorher derNameTeutoburgiensis Saltus" an das Ohr eines Römers gedrungen seinsollte. Denn wiederum fragen wir: sollte nie einer von den Entkommenen,deren es etliche gegeben hat, diesen Namen gebraucht haben?

Was sechs Jahre später dem Heere solches Entsetzen bereitete, war alsotatsächlich nur dies eine:Wir sind hier, an der Lippe, im Gebiet der kleinenBrukterer, gar nicht mehr weit von dem Teutoburgiensis Saltus, wo wiedas Gerücht geht Varus' und seiner Legionen Gebeine (heute noch!) u n -bestattet liegen." Also eine örtliche Angabe: gar nicht weit ab (UuuUprocul) und die unglaublich lange Dauer des Unbestattetliegens, dassind die beiden Brennpunkte, die dem Gerücht den Charakter einer unerhörtenNeuheit aufprägen. Heute noch unbegrabene Überreste (insepultua i-eliasuiua)am Orte der Endkatastrophe! Dies eine konnte aber auch nur den in un-mittelbarer Nähe Weilenden, den nun befreiten römischen Kriegsgefangenen,bekannt sein, den Männern, die je und dann Gelegenheit hatten, mit landes-kundigen Vrukterern vom südlichen Lippeufer sich, wenn auch nur in ge-brochenem Deutsch, über jenen Ort des Grauens zu unterhalten. Oft genugmögen Jäger diese Gegend aufgesucht haben, wo auch aus naheliegendenGründen eine ergiebige Wildbahn war.

Wir werden aber doch dem wirklichen Hergang noch näher kommen,wenn wir folgende Vermutung aussprechen: Wie auch auf modernen Schlacht-feldern es vorgekommen ist, daß die Leichen der Gefallenen tagelang, inbesonderen Fällen noch viel länger, unbestattet liegen blieben, so mag es auchbeim Schlußakt der Varuskatastrophe den wenigen Überlebenden nicht alsunerhört erschienen sein, daß so viel tausend Leichen unbestattet liegen blieben.Wäre doch auch eine solche Massenbestattung ein Werk gewesen, das einenicht unbedeutende Zeitspanne in Anspruch nahm. Römer waren dazu nichtin der Lage, weil entweder alle dahingerafft oder nach Aliso entwichen, endlichauch in Gefangenschaft geraten waren. Die Germanen aber hielten ihreSiegesfeier oder zogen alsdann weiter nach Aliso, um es zu erobern, rücktendarauf auch vor die westlicheren Kastelle, um auch deren Besatzungen, Hilfs-truppen nicht italischer Herkunft in römischem Dienst, mit in den Aufruhr zuziehen. So ließen sie die Römerleichen auf der Wahlstatt liegen, vielleichtgebunden auch durch ein Gelübde, das ihnen die opfermäßige Weihung dieserGefallenen an die Götter als religiöse Pflicht erscheinen ließ. Das waren nundie bis dahin unbekannten Tatsachen, die Germaniens gerücht-weise hörte? unerhört zwar, ober bestimmt genug, um ihn zum Vorrücken