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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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Die Endkatastrophe imTeutoburgiensis Saltus" 91

auf einen noch unversehrten Bestand der drei Legionen schließen ließen; wardoch auch in diesem Lager noch der Troß vorhanden.

So muß Varus also auch jetzt noch geglaubt haben, sich durchschlagen zukönnen. Aber wiederum in Übereinstimmung mit Dio, der mit denWorten:kaum hatten sie sich mit Tagesanbruch auf den Weg gemacht" unsein zweites Lager andeutet erfahren wir alsbald, daß auf dem Wegezwischen den beiden Lagern sehr ernste Kämpfe stattgefunden haben, diezum Verbrennen des Trosses führten. Aus diesen beiden Gründen ge-braucht Tacitus auch für diese zweite Lagerstelle nicht mehr den NamenLager", sondern einen umschreibenden Ausdruck, der aber bei allerKürze doch einen deutlichen Eindruck dem Leser vermitteln soll von derSteigerung der Gefahr. Zeigte das erste Varuslager deutlich, daß esein Drei-Legionen-Lager gewesen war, so fiel das zweite stark ab. Jedochauch diese Lager st ätte befand sich noch nicht am Ort der Endkatastrophe.Zwischen dieser und jener finden daher die von Dio uns geschilderten Kämpfestatt, die nun erst an der uns von Tacitus mit großer Anschaulichkeit be-schriebenen Örtlichkeit mit völliger Vernichtung der Römer abschließen.

Auf dieser Schilderung der Endkatastrophe aber liegt, dem ganzen Zweckseiner Schilderung entsprechend, auch der Nachdruck. Denn dem Germanicuswurde ja, als er von der Ems bis zur Lippe vorgedrungen war, gemeldet,was sich am Ort der End katastrophe zugetragen hatte. Dort und nur dortlagen, wie das Gerücht ging, noch sechs Jahre nach der großen Tragödie unbe-stattete Leichen: und zur endlichen Bestattung dieser Unglücklichen hatte sichGermanicus entschlossen, die Lippe zu überschreiten. Wir setzen also, damitvon allen Auslegern abweichend, denSaltus Teutoburgiensis" nicht demWaldgebirge gleich, in dem der Kampf der beiden ersten Tage sich abgespielthat. Vielmehr werden wir für die mitSaltus" bezeichnete Örtlichkeit einenbesonderen Sinn und eine Lage ermitteln, welche beide nur mit dem Ort derEndkatastrophe vereinbar sind.

III. Die Endkatastrophe imTeutoburgiensis Saltus"am Markengebiet der Teuten bei Budberg-Büderich und am

Birkenbaum"

Was war denn die unerhört neue Votschaft, die dem Germanicus ge-meldet wurde, als sein großes Heer zwischen Ems und Lippe und zwar ander letzteren in einer Aufmarschlinie von Lippborg bis Lippstadt stand? Bis-lang ist die Auffassung der Sache so gewesen, daß der Ton auf das WortTeutoburger Wald" gelegt wurde, während der Nachdruck doch auf demWorteunbe stattet" ruht. Oder können wir es uns überhaupt vor-stellen, daß über den Namen des Waldgebirges, in dem die Tragödie ihrenAnfang nahm, sechs Jahre nachher noch Unklarheit herrschen konnte? Die Lagedieses dem Varus so verhängnisvoll gewordenen Geländes mußte bekanntsein, ehe Germanicus sechs Jahre später an die Ober-Lippe kam. Man kanntedoch auch den Stamm, der zuerst in den Aufruhr getreten war. An ihngrenzte dies Waldgebirge von Osten her. Nicht minder bekannt war auchdie Lage des Sommerlagers. So lag also das in Frage kommende