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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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86 Die Varusschlacht

Verzeichnisses, das wirklich in der dritten Zone, also im Süden derLippe, untergebracht worden ist. Es ist, wenn wir nun zur Beurteilung dieserReihe übergehen, kaum zu begreisen, wie man gerade unter Hinweis auf dieAnsetzung Alisos in dieser Zone die Unzuverlässigkeit des Ptolemäus hatbeweisen wollen. Was zunächst die südliche Ansetzung Alisos in gleicherHöhe mit Vetera anbetrifft, so ist klar erkennbar, daß der Geograph eine inin diesem Punkte sehr zuverlässige Militärkarte benutzt hat, die nur das süd-lichste Lippeknie (Lünen-Oberadener Gegend) gemeint haben kann, wo Alisotatsächlich liegt. Wenn er aber die Festung nur etwa 10 üili östlich vomRhein annimmt, also sie rund 60 lliir zu weit nach Westen rückt, so ist dieskein Zeichen von Unzuverlässigkeit, sondern im Gegenteil ein Beweis für dieTatsache, daß nicht nur östlich, sondern auch westlich von Aliso das Gesetzder Namentilgung in Anwendung gekommen ist. Da nach der vorvaria-nischen Quelle, die Ptolemäus in der ersten Zone verarbeitet hat, einewestliche Etappe zwischen dem Rhein und Aliso, nämlich Ästiva, angenommenworden ist, während diese in der dritten Zone fehlt, so ist schon durch diesenVergleich erwiesen, daß mindestens eine Streichung auch zwischen demsüdlichsten Lippeknie und dem Rhein erfolgt ist. Da nun hier, am südlichstenPunkt der Lippe, Aliso und einen Tagemarsch östlich davon Budoris unter-gebracht ist, so stehen wir vor folgender Tatsache: In der dritten Zone istnur ein Name, Aliso, bestehen geblieben, westlich und östlich dieser Festungist das Gesetz der Namentilgung in Tätigkeit gewesen, dessen Anwendung nurauf Grund der mit der Varianischen Katastrophe erfolgten verräterischenKapitulation von sieben Wegestationen (Erymata) erklärlich wurde. Vondiesen lagen zwei westlich, fünf östlich von Aliso bei Oberaden. Von derersten Etappe östlich dieser einzigen den Römern treu verbliebenen Festungkennen wir außer dem nachvarianischen Namen Budoris (Büderich) auch denvorvarianischen Namen Lakiburgium. Dieser konnte nur in der ersten Zone,die ganz außerhalb des varianischen Aufruhrgebietes lag, unverdächtig er-scheinen und erhalten bleiben, während er in der dritten Zone durch denNamen Budoris ersetzt wurde. Daraus ergibt sich eine genaue Über-einstimmung des Kartenbildes mit dem Bericht des DioCassius:Alle festen Plätze kamen in die Gewalt der Barbaren, einerausgenommen." Tatsächlich haben wir nun auf der ganzen Strecke vomVarianischen Sommerlager, einen Tagemarsch östlich Kneblinghausen, biszum Rhein, also auf einer Linie von rund 190 üirr nur Aliso als dieeinzige Festung mit dem alten Namen, der nach Ansicht der Römeres verdiente weitergeführt zu werden. Seine Ansetzung 60 lern zu weit nachWesten, etwa zwischen dem heutigen Dorsten und dem Rhein, ist uns eineerfreuliche Handhabe zur Ermittelung der ausgelieferten Kastelle, wenigstensihrer Lage nach, geworden. Wenn aber schon die Römer dieNummern der Unglückslegionen 17, 18, 19 kassierten,wie viel mehr werden sie auch die Namen der verräte-rischen Kastelle getilgt haben!

Wir glaubten aber diesem Gegenstande darum eine ausführlichere Dar-stellung widmen zu sollen, weil bislang bei der Varusschlachtfeldforschungnur immer Aliso allein, nicht aber die übrigen festen Plätze der dritten Zoneherangezogen worden sind. Und doch ließ uns deren Lage, wie wir sie östlich