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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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L. Die Varusschlacht

I. Vorfragen zur Varusschlachtseldsorschung. Germanicusaus dem Varusschlachtfeld 15 n. Chr.

Als im Jahre 1909 zur Feier des 1900jährigen Jubiläums des großenSieges des kriror Teutoiricu8 über die römische Unterjochungspolitik dieschon damals fast unübersehbare Varusschlachtfeld-Literatur um einige,übrigens sehr beachtenswerte Beiträge vermehrt wurde, hat ein Kritiker diesatirische Bemerkung gemacht: Der Kampf um das Varusschlachtfeld sei fürdie beteiligten Forscher fast noch zum größeren Verhängnis geworden als derKampf mit Armin für die Römer.

Wer, wie der Verfasser dieser Schrift, den größten Teil der Aliso- undVarusliteratur, immerhin etwa 100 Schriften, durchgearbeitet hat, mußvorab sagen, daß er dem obigen Ausspruch sich nicht anschließen kann, viel-mehr ihm widersprechen muß. Mag immerhin auf einige der in Frage kom-menden Erzeugnisse die Ansicht zutreffen, daß sich viel Spreu und nur wenigWeizenkörner darin finden, so gilt es eben, auch die paar Weizenkörner zuentdecken, die Spreu aber zu entfernen. Doch was gehört zum Wegwurf derSpreu und was ist denn nun reif für die Kornkammer der Wissenschaft? Esgibt nicht einen Varusforscher, der von sich sagen könnte, auf ihn fände derSatz:Es irrt der Mensch, so lang er strebt," keine Anwendung.Spiralen-förmig ist eben auch hier der Weg der wissenschaftlichen Erkenntnis. Oftscheint man auf den alten Punkt wieder zurückgekommen zu sein und siehtkaum die kleine Steigung, die man auf weitem Umweg überwunden hat,"schrieb F. Koepp vor stark zwei Jahrzehnten. Wir dürfen das Wort auchauf die Varusschlachtfeld-Frage ausdehnen.

Ist sie aber überhaupt lösbar, oder müssen wir dabei an das Faß derDanaiden und das Wälzen des Sisyphussteines denken? Und doch ist es be-merkenswert, daß immer wieder rührige Forscher den Versuch der Lösungwagen. Auch wir tun das, müssen uns aber eine weitgehende Beschränkungauferlegen und jeden, der eine allgemeinere Belehrung, ja eine Geschichte dergesamten Varusschlachtfeld-Forschung wünscht, auf diese Literatur selbst ver-weisen.

Nun wird man uns aber sofort auf zwei historische Stellen verweisen, denTeutoburger Wald und das Hermannsdenkmal: was bedürfen wir weiterenZeugnisses? Aber leider verdankt dieser Gebirgszug, der nachweislich frühernur Osning oder Lippischer Wald geheißen hat, seine Umnennung wiedereiner Alisohypothese, die mit leeren Händen vor uns steht, wo sieuns doch außer dem Namen Elsen Augusteische Scherben und ein entsprechen-des Römerlager vorzeigen müßte. Es ist daher schon oft gefordert worden,