Die Zwischenzeit von der Wegführung der Sugambrer bis Varus 69
Lande gestanden, wohl auch in Haltern sich befunden und in Stärke einerLegion dort überwintert, während die zweite Legion an einem anderenPlatze stand. Als Varus abzog, rückte Asprenas in dessen frühere Stand-quartiere ein, in denen viel Habe zurückgelassen worden war, ebenfalls nundem Asprenas zur treuen Hut anvertraut.
Als aber der Aufruhr entbrannte, und zu befürchten schien, daß beimweiteren Umsichgreifen des Aufstandes auch diese Hinterlassenschaft der Un-glücklichen dem Feinde in die Hände fallen würde, nahm er die wertvollstenGegenstände mit auf das linke Rheinufer, woraus dann jene verleumderischeNachrede sich entwickeln konnte. Da nun aber dies Hinabrücken des Asprenasals kühne und mannhafte Tat galt, durch die er so viel Soldaten gerettethatte, so galt nun auch die Einäscherung der Halterner Lager,weil sie vorher geräumt worden waren und Widerstand unmöglich erschien,nicht als ein durch die Römer selbst verschuldeter Lagerverlust. So würdees sich denn auch erklären, daß Stereontion-Haltern nicht der Namen-tilgung verfiel und sein Name uns auch durch die Geographie desPtolemäus erhalten blieb. Damit sind wir nun in die Periode desgroßen Dramas vom Jahr 9 n. Chr. eingetreten und haben es mit der Fragezu tun: wo Armin den Varus schlug?