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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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Die Zwischenzeit von der Wegführung der Sugambrer bis Varus 61

hier wieder dreieckige FlurTörnken" feststellten. Nach ihr hieß einfrüherer Besitzer zur Unterscheidung anderer Dorfbewohner gleichen Namens:Vittinghof auf dem Törnken". Mit dieser VerkleinerungsformTürmchen"kann doch nur angedeutet sein, daß dieser Turm kleiner war als die anderen.Der Name muß also wie auch die damit bezeichnete Sache dem Volk geläufiggewesen sein. Da nun dieLüner Höh e", wie die gleich hinter demTörnken" südöstlich ansteigende Erhebung heißt, auchTünker Berg"genannt wird, so mag wenigstens die Frage gestattet sein:War diese Höhedem Volk von jeher der Töddinghäuser Berg oder läßt vielleicht die Form.Tünker Berg' auch den Schluß auf .Törnker Berg' zu, daß es sich alsoum den .Türmchenberg' gehandelt hat? Genug: das Volk hielt diese Örtlich-keit für eine bedeutende Stelle, ließ hier eine uns schon bekannt gewordeneHllnensage spielen und wußte, daß die Straße OberadenWeddinghofenTöddinghausen auf Höhe 91,1 den Margarethenweg senkrecht traf: ließ diesenWeg auch weiter nach Kamen ziehen. Der Treffpunkt hieß nun ,L o h -5) ecke', womit gesagt sein sollte, daß auch hier eine abschließende Ein-friedigung durchquert werden mußte. Diese Erinnerung ist aber mit derZeit verblaßt. Nur so ist es zu erklären, daß die Lohner Höhe, wie sie nochurkundlich hieß, zur ,Lüner Höhe' werden konnte. Wir werden festhaltenmüssen, daß es ein Grenzwald war, der hier am Margarethenweg ent-lang zog und die Sperre verstärkte."

Von hier haben wir einen Fernblick, der die ganze Umgegend beherrscht,so daß auch Herr I)v. Stieren am Schluß unserer Rundfahrt, an der auch dieHerren Direktor Vänfer und Lehrer Betzler teilnahmen, sein Erstaunen überdie hervorragende Lage der Höhe aussprach. So hat denn auch Herr Dr.Stieren sein Urteil in seinem schon erwähnten Bericht wie folgt zusammen-gefaßt:Gleich, ob das Ergebnis positiv oder negativ seinwird: den in jahrelanger und konsequenter Arbeit ge-brachten Nachweisungen Preins bleibt nachzugehen.Über die Frage der .Türme' ist das letzte Wort noch nicht gesprochen." Wennwir nun vor so vielen Fragen stehen, so wollen wir wenigstens im folgendenKapitel versuchen, über die Zwischenzeit von der Wegführung der Sugambrerbis auf Varus Aufschluß zu empfangen.

X. Die Zwischenzeit von der Wegsührung derSugambrer bis Varus im Lichte der Ausgrabungsergebnissein Haltern-Stereontion

Nachdem es dem Tiberius gelungen war, gestützt auf Aliso bei Oberaden,weiter aber auch mit den Mitteln der politischen Jntrige die Macht derSugambrer zu brechen, war der erste und wohl auch wirksamste Schritt zurNiederwerfung der Germanen getan: denn das Vorland östlich vom Rheinwar bis zur mittleren Lippe in der Gewalt der Römer, ein unmittelbarerAngriff aus der Gegend östlich vom Altland der Sugambrer war so sehrerschwert, daß von dort und von der Weser her kaum noch Gefahr zu drohenschien.