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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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Der römische Seseke-Körne-Winkel 59

am Nordostausgang des Dorfes Westick, 1 Irrrr südlich vombeilaufendenTurm" gewählt. Außerdem aber galt es, durch eine geplante Rundfahrt dieübrigen sämtlich dreieckigen Flurparzellen zu besichtigen, die den NamenTurm" führen und gemäß ihrer Lage Interesse erwecken. DerTurm"am Dorfausgang Westick liegt unmittelbar nördlich des alten Weges vonMethler über Westick nach Südkamen und weiter nach Unna. Volkserinnerungweiß heute noch zu sagen, daß die Bausteine der Methlerer Kirche vor800 Iahren zwischen Westick und Südkamen durch die Körne gefahren wordenseien. Das Dorf Afferdebei den Furten" deutet ebenfalls auf eine alteVerkehrslinie, ebenso die sog. Kümstraße, die am Turm von Westen nachOsten denKüm" eine noch in schwachen Spuren bemerkbare Aufschüttungdurchschneidet. Bekanntlich ist an der Mosel und in Luxemburg dieser Wort-stamm, der auch dort historische Straßen bezeichnet, auf römischen Ursprungangesprochen worden. DieseKümlinie" scheint nach Süden über Wasserkur!weitergegangen zu sein, wo sie an den sog. Kummeler anschließt. Daran reihtsich von der Stelle an, wo die Körne aufhört, eine süd-nördliche Richtungeinzuhalten, die sog.Teute", eine Grenzbezeichnung, die uns später nocheingehend beschäftigen wird. Da auch Töddinghausen auf Grenze deutet, soist auch dieser Namen wegen diese ganze Nordsüdlinie östlich Oberaden wohlzu beachten. Wir stehen eben hier an der schon früher von uns erwähntenDialekt- und Kirchspielsgrenze, an der weiter nach Süden derHeiden -passen" (Heidenposten) und dieT e u f e l s k ü ch e" liegen.

Auch die hier aufgetretenen römischen Münzen, eine Augustusmünze inunmittelbarer Nähe und eine Handvoll spätrömischer Münzen am Hellwegbei WickedeAsseln, sind bemerkenswert. Vor allem aber zog der nördlich,zwischen demTurm" in Westick und dembeilaufenden Turm" im WestickerFeld gelegeneW oiern - Wall" mit dem östlich vorgelagertenLütkenWall" meine Aufmerksamkeit auf sich. Ich dachte dabei an die Bezeich-nungWans-Dyk",Wodansdeich",Wodanswall", die wir vom römischenGrenzwall in England kennen. Und wenn wir bei Grimm in seiner licht-vollen Schrift überGrenzaltertümer" lesen, wie gerade an den Landscheidenund in gesteigertem Maße an den Grenzdurchgängen Tanzplätze vonHexen angenommen wurden, so mag auch in diesem Zusammenhang nocheinmal an den BeinamenHexen-Westick" erinnert werden. Genug, derTurm" in Westick, der, wie wir kaum noch zu bemerken brauchen, wiedersich als eine dreieckige Flur darstellt, schien uns für eine kurze Probegrabungdie geeignetste Stelle zu sein, um so mehr, als auch der Besitzer, Herr Land-wirt Bußmann, mit bereitwilligem Entgegenkommen seine Erlaubnis erteilte.So wurde denn am 22. November 1928 hier derSpaten angesetzt. Indessenerwies sich die Grabung keineswegs so ergiebig wie die am 1 Irirr weiternördlich gelegenenbeilaufenden Turm". Bei den vorgenommenen Such-schnitten fand sich, wie Herr Dr. Stieren in seinenBodenaltertümern West-falens", dem Bericht über Grabungen und Funde für die Jahre 19251928,Seite 45, ausführt, kein römisches Material; jedoch unter 1 irr Lößlehmgermanisches Scherbenmaterial aus dem ersten Jahrhundert. Die Untersuchungan dieser Stelle wurde abgebrochen, nicht zuletzt, weil hier offensichtlich größereBodenverlagerungen späterer Zeit eingetreten waren.

Wir hatten aber am Nachmittag des ersten Grabungstages eine Rund-