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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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48 Aliso vor der Varusschlacht

tum, letzteres dargestellt in greulichen Mischwesen von Mensch und Tier.Namentlich lassen die Darstellungen des Teufels und auf ihn kommendiese Symbole alle hinaus uns einen ahnenden Blick tun in die so vielreichere Volkskunde des Mittelalters. Wehmut muß uns erfüllen, wenn wirdaran denken, daß es heute nur ein Trümmerfeld ist, auf dem vor so vielhundert Iahren urkräftige, bodenständige Volksphantasie sich ihre stolzenBauten errichtete. Denn der Heidenkönig, der am Wüstenknapp gegen-über dem Uferkastell im goldnen Sarge schlummern sollte, hatte doch sicherauch in seinen Lebzeiten, als er sein Reich verwaltete, eine Königsburgbewohnt; konnte es eine andere sein, als die Burg in Elfe? Der Heidenkönighatte starke Heere befehligt! konnten sie auf anderen Wegen marschiert sein,als auf den uraltenH ü n e n p ä d d e n"? Diese heidnischen Krieger, diebei fortschreitendem und durch die christliche Predigt gesteigerten Abscheu immermehr jene Mischformen annahmen und zu Drachen oder Riesen, Hünen,wurden, konnten sie sich irgendwo anders gewehrt haben gegen die recht-mäßige Urbevölkerung des Landes, als eben hinter jenerSchlangen-hecke" der Burg, dieals lange Wand" sich um das Vollwerk zog? DieHünen, die auf demM a r g a r e t h e n w e g" selbst miteinander vonStation zu Station, d. h. von Turm zu Turm in Verbindung standen undGrenzwacht hielten, konnten sie ein anderes Reich schirmen als wiederumdas des Heidenkönigs? Und nun erst die sagenumrankte Stelle des SanteMoritzteiches zwischen Oberaden und Methler, an dem vorbei auch dieAnwohner der Burg, die aus dem GemeindebezirkÄgypte n" kamen, denWeg zur Margarethenkirche einschlugen, konnten sie unter dem hl. Moritz sicheinen anderen Helden denken als eben den, der seinen Glauben im Heere derRömer mit dem Martertod besiegelte? Wußten wir bislang nur, daß dieserglaubenstreue Kohortenführer in der aus der ägyptischen Thebais unddarum mit dem NamenThebäer" bezeichneten römischen Truppe in denrömischen Rheinstädten besondere Verehrung fand, so wissen wir heute, daßer auch in der klassischen Gegend um Aliso bei Oberaden in hohen Ehrenstand. Denn wenn er in einen Sumpf gestürzt worden sein sollte, so ist ebenderSante Moritzteich" ein deutlich sprechender Zeuge für die treueGenauigkeit der auch hier blühenden Volksüberlieferung, einer historischenTradition, die sich nur an damals noch im Volke bekannten Römeranlagenbilden konnte. Diese Tradition haftete im Volksgedächtnis, war in heidnisch-religiöser Anschauung vielleicht schon so weit ausgewachsen, daß eine vonHalbgöttern und Heroen bevölkerte Walhalla sich im Anschluß an jene hoch-historischen Stätten zu formen drohte: Da kam die neue Lebensmacht desChristentums und nahm den schweren Kampf auf gegen den heidnischenIrrwahn. Es war jene Zeit, wo nach einer für verbindlich gehaltenen Vor-schrift des Deuteronomiums (S. Buch Mose Kap. 12, 24) verfahren wurde:Gänzlich sollt ihr alle die Stätten zerstören, woselbst die Völker, welche ihrvertreibt, ihre Götter verehrt haben, auf den hohen Bergen, auf den Hügelnund unter jedem grünen Baume. Stürzt ihre Altäre um, zertrümmert ihreMalsteine, verbrennt ihre heiligen Bäume, zerschlagt die Schnitzbilder ihrerGötter und vertilgt ihren Namen von jenen Stätten." Es ist die Zeit des10. Jahrhunderts, wo bereits ein treu an seiner Väterscholle Hangender west-fälischer Heimatfreund darüber klagt, daß im Engerngau so vielen