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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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Der römische Seseke-Körne-Winkel 47

heutigen Tag den Beinamenb e i l a u f e n d e r Turm" führte. Denn alswir an jenem denkwürdigen 29. August 1927 hier zu unserer vom Finderglückso sehr begünstigten Grabung den Spaten ansetzten, nannte uns der Besitzerdieser Parzelle, Herr Gutsbesitzer Middendorf in Westick, diesen merkwürdigenNamen, eine Bestätigung dafür, daß die ParzelleTurm" für sich selbst zuklein war, um allein eine Flurnummer füllen zu können, weshalb sog.Bei-land" hinzugezogen worden war; daß diese Methode aber keineswegs erst beider modernen Flurabgrenzung angewandt worden war, sondern schon imMittelalter Brauch gewesen ist, beweist eine Akte im Staatsarchiv Münsteraus dem 16. Jahrhundert, in der an einer anderen, uns später beschäftigendenStelle zwischen dem Römerlager bei Oberaden und dembeilaufenden Turm"die FlurTörne mit Veiland" begegnet. Ich stellte daraufhin Ver-gleiche an zwischen denTürmen" im Umkreis von Oberaden und jenem sooft in den Ausgrabungsberichten genannten, immer wieder wegen seinerrätselhaften Gestalt, Kleinheit und typischen Bedeutung untersuchtenDreieck"in den Hulterner Uferanlagen. Diese Stelle kam aber gerade darum so oftwieder unter den Spaten der Archäologen, weil sich hier die ältesten Scherbenfanden, die uns diese kleine Stelle fast wie die Keimzelle des großen Römer-platzes könnten erscheinen lassen. Und tatsächlich spricht auch Sadee in seinemlichtvollen Werkchen:Römer und Germanen" dasDreieck" als einen Turman. Derselbe müßte dann den Zeitpunkt der ersten Besitzergreifung desPlatzes bezeichnen, alsdann aber von späteren Anlagen umbaut worden sein.Jedenfalls kam ich auch ohnedies zu der Überzeugung, daß im Bereich meinereigenen Forschung die Dreiecksform der Türme keine Zufallserscheinungsein könne.

Kritisch den Zusammenhang weiter prüfend und peinlichst bemüht, nichtden Wunsch zum Vater des Gedankens werden zu lassen, stellte ich mir dieFrage, ob nicht vielleicht trotz des fremden NamensTurm" es sich um land-wirtschaftliche Einrichtungen handeln könne. Und ein besonderer Umstand ließmich in diese Erwägungen mit Ernst eintreten. Da die hl. Margarethe, wiewir schon hörten, in früher Zeit als Erbauerin von Straßen, Brücken undTürmen galt, dann aber als Beschützerin des Landbaues und derhoffendenMütter" im Kirchspiel Methler, ihrer Patronatsgemeinde, in hohen Ehrenstand und noch 1396 alsHauptjungfrau" gepriesen wird, so konnten mög-licherweise die Türme in jenem kirchlichen Zusammenhang verstanden werden.Hing doch auch im Kirchturm zu Methler die Margarethenglocke mit derInschrift:S. Margaretha so bin ich genannt, Geboren von den Heiden.Wan ich rope, so kommt to Hand, dat jy van Gode nicht entscheiden." Warnun mit dem uraltenTauen-Meidel"Turm-Methler" lediglich derKirchturm gemeint? Galt die Heilige nur in diesem Sinne als Patronin deskirchlichen Lebens? Waren dieMargarethenwege" die Kirchwege und dieBrücken ebenso in kirchlichem Sinne zu deuten? Aber nun steht in derfast 890 Jahre alten Kirchspielskirche in Methler Margarethe als die Dra -chenbesiegerin abgebildet; in ihrer Hand liegt die Palme, unter ihrenFüßen der sich in ohnmächtiger Wut krümmende Dämon. Über ihrem Haupteschwebt die Taube, die ihr die Siegerkrone zuträgt. Und auch sonst hin undher im alten Gotteshause, auf den Kapitalen der Säulen erblicken wir das-selbe Motiv des Kampfes zwischen Christentum und Heiden-