Druckschrift 
Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
Seite
46
Einzelbild herunterladen
 

46 Aliso vor der Varusschlacht

Sicherungslinie 1 Uirr westlich der Körne in geradem Anschluß an denMargarethenweg" weiter nach Süden gehen lassen. So ergibt sich also ausdem wirklich vorliegenden Tatbestand das Bild, welches genau den Grund-sätzen des Tiberius entspricht; und wir dürfen wohl annehmen, daß er selbstan Ort und Stelle seine Anordnungen gegeben hat.

Aber auch hier wiederum würden unsere Annahmen nur berechtigt sein,einen hohen Grad von Wahrscheinlichkeit für sich zu beanspruchen, nicht aberals den Tatsachen entsprechend gelten dürfen, wenn nun nicht auch hier wiederder Spaten das bestätigende Scherbenmaterial erbracht hätte. Nachdem dasaber geschehen, ist nun auch der erste römische Punkt östlich Oberadengefunden, der im Zusammenhang mit Aliso behandelt werden muß, weil erauch für die Römer ein Bestandteil der Anlagen war, die mit dem NamenAliso, wenn auch mit ergänzenden Zusätzen, bezeichnet wurden. Auch hiermüssen wir nun zunächst die Geschichte der Entdeckung darstellen.

Nachdem ich erkannt hatte, welche Bedeutung der NameBurg" beiOberaden hatte, war es mir von vornherein wichtig, ja erschien es mir wieein wegweisender Fingerzeig zu einer zweiten historischen Stätte hin, daß imSeseke-Körne-Winkel der FlurnameTurm" sich fand. Bereits i. I. 1905wurde ich auf diese Spur aufmerksam, die mir um so bedeutungsvoller vorkam,als ich etwa zur gleichen Zeit denselben Flurnamen 1509 irr westlich vomElseyer Römerlager unmittelbar an der Lippe festgestellt hatte, wo er schondarum auf Zusammenhang mit der römischen Sicherung der Örtlichkeit ange-sprochen werden konnte, als hier gerade die durch die Lippe sich vom linken zumrechten Ufer hinziehende Furt einer solchen Deckung bedürfte. Außerdem zognicht weit von diesem Turm bei Beckinghausen der römischeHünenpad" zurHöhe amKnapport" empor, wo ich schon längst eine römische Schutzanlagevermutete, die ich eben in meiner ersten Schrift über Aliso bei Oberaden kurzmit dem Namenam Turm" bezeichnete. Wenn nun auch das Lippcufer-kastell in Wirklichkeit 599 irr westlich vomT u r m" ans Licht kam, so istdoch auch der Turm selbst, d. h. diedreieckige Flurparzelle, die noch heutediesen Namen führt, ein wichtiger Punkt gewesen. Das deuten auch schon dieSagen an, die sich gerade hier finden und von furchtbaren Kämpfen reden;das bezeugten mir weiter auch die Funde von Helmen und Säbeln im rotenBach und das Geld, das hier sich fand und darum besondere Aufmerksamkeiterregte, weil es so dünn gewesen sei, wie Blechplatten. Ich dachte damals anrömisches Falschgeld.

Nachdem ich nun so mit meinen an den BeckinghäuserTurm" geknüpftenAnnahmen im allgemeinen recht behalten hatte, weil sie wirklich den Wegzu dem vor 25 Iahren noch im Boden steckenden Lippekastell gezeigt hatten,ließ mich auch der Gedanke nicht los, daß auch die übrigen mit dem NamenTurm" bezeichneten Flurparzellen in näherem oder weiterem Abstand vomRömerlager, auf die ich beim Fortgang meiner Forschung stieß, der genauestenUntersuchung wert seien. Dabei leitete mich nicht nur der Name an sich,sondern auch die Bemerkung, daß alle dieseTürme" eine dreieckige Stand-fläche zeigten, bei der merkwürdig genug war, daß dieser Umriß, genau wiebei derBurg", sich wie ein Fremdkörper in Flurkarte und Landschaftsbilderhalten hatte. Noch bezeichnender ist es, daß der Turm im Seseke-Körne-Winkel oder, wie wir auch sagen können, imWesticker Feld" bis auf den