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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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44 Aliso vor der Varusschlacht

mächtig, habe auch ich, um einmal einen Ausdruck des größten Meisters derdeutschen Sprache zu gebrauchen, demVolk aufs Maul gesehen", auch gernbei Gelegenheit in der Gemeindeseelsorge und mit meinen Pfarrkindern inplattdeutscher Mundart verkehrt, besonders in der Oberadener Heide und irrÄgypten", wie noch heute beim Volk die Gegend beim Römerlager heißt.

Da ist es nicht nur mir, sondern meinen Bekannten oft genug auf-gefallen, daß die von uns mit dem NamenMargarethenweg" gekennzeichneteLinie und deren südliche Fortsetzung eine Dialektgrenze ist. Warumdenn sagt das Volk westlich dieser Linie:Et sitt ne Uhle op'n Tun, het neMus in de Mule," während schon 3 llrrr weiter in Kamen dem u ein ivorgeschlagen wird? Indem wir aber alle sprachlichen Einzelheiten hier aufsich beruhen lassen, weisen wir, was auch schon Beisenherz vor 22 Iahrengetan hat, auf den Umstand hin, daß das Römerlager gerade auf der Mitteder Nordlinie dieses Sondergebietes liegt, die durch die Lippe gebildet wird.Sollte das wiederum nur Zufall sein? Die bezeichnenden Eckpunkte des Recht-eckes, als welches äußerlich unser Bezirk sich darstellt, sind nun: Heil an derLippe, Massen, die Ostseite von Vrackel, Lippholthausen westlich Lünen.

In kirchlicher Hinsicht war unser Sondergebiet dem ArchidiakonarDortmund unterstellt. Die beiden Großpfarreien waren Kurl und Methler,letzteres Kirchspiel noch heute eine sehr ausgedehnte Parochie mit 9 leinDurchmesser. An der Nordwestecke ist aber die Urpfarrei Brechten, das Brictanunserer westfälischen Nibelungensage, ebenso Derne für unser Dialektgcbietzu nennen, während die Pfarrei Asseln, bis etwa 1390 ein Bestandteil vonKurl, Wickelte, ein solcher der Kirchengemeinde Methler war. Im Südwest-winkel wäre dann noch Brackel zu nennen. Da die Ostgrenze von Heil bisMassen, soweit nicht das Kirchspiel Herringen am Lippesaum westlich über-griff, auch Kirchspielsgrenze zwischen Methler und Kamen, weiter südlichzwischen Methler und Unna, endlich auch zwischen Wickelte und Unna ist,so werden wir auf eine Tatsache hinweisen dürfen, die wieder eine Stützegewährt für die Annahme eines sehr hohen Alters unseres Gebietes imOstteil des ehemaligen Landkreises Dortmund und im Westteil des Land-kreises Hamm. Wenn nämlich, worauf auch Beisenherz aufmerksam macht,sonst die Gleichartigkeit der Mundart durch die lange Zugehörigkeit zu einerund derselben Kirche, ja durch den langjährigen Verkehr mit sprach-begabten Predigern wesentlich bedingt ist, sich aber in unserem Fall eineeinheitliche Mundart ohnedies erhalten hat, so muß der Erklärungsgrund fürdiese Ausnahme von der Regel in noch weiter zurückliegenden Verhältnissengesucht werden.

Diese müssen vor der Christianisierung, vor der Bildung der Urpfarreienangenommen werden. Das Land, das dieses Gebiet in seinen einzelnenSiedlungen und seine Bewohner in ihrem Verkehr untereinander verband,muß so stark, die Abgrenzung nach außen zugleich so scheidend und bewußtgewesen sein, daß auch die folgenden christlichen Jahrhunderte mit ihren Kirch-spielsgrenzen die altüberkommene Muttersprache nicht verdrängen konnten.

Ja selbst, als innerhalb des Gebietes eine Landwehr errichtet wurde, dienach der Volksllberlieferung von derFunkenburg" östlich Dortmund bis zurSeseke südlich Elsey reichte, konnte auch diese Linie den alten Dialekt nichtverdrängen, sondern, wie es mir scheinen will, nur den Anlaß dazu geben.