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Aliso bei Oberaden und die Varusschlacht : Römer- und Nibelungenspuren im Lippe- und Ruhrland, nachgewiesen in Geschichte, Bodenforschung, Heldensage
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Das heutige Dialektgebiet um Oberaden 43

sprechendes Beispiel für Anwendung der oben genannten Methode. Wirbetrachten diese Linie als eine Sperre des Lippe-Seseke-Winkels, die abernach Süden hin bald zur Körne, dem Nebenbach der Seseke, überspringt. Dortbegegnen uns wieder im Seseke-Körne-Winkel römische Scherben gleich anzwei Stellen, am sog.Keveling" und ambeilaufenden Turm". Wie hochaber damals 8 v. Chr., die Neueinrichtung des südlichen Lippegebietesüberhaupt eingeschätzt und anerkannt wurde, beweist uns ein in Kleinasiengefundenes, köstliches Kleinod, die sog.Cleruiim ^uZuskea", die von be-deutenden Forschern auf den Triumph des Tiberius (7 v. Chr.) bezogenwird. Schumacher (Germanendarstellungen) urteilt darüber folgendermaßen:Während der obere Teil dieser Gemma die Verherrlichung des Augustusund Tiberius darstellt, erblicken wir in dem unteren Streifen einen gefangenenGermanen, dem die Hände auf dem Rücken zusammengebunden sind, undebenso eine Germanin. Über beiden wird von vier römischen Soldaten einTropäum errichtet. Der Germane zeigt lange, lockige Haupthaare, Backen-Schnurr- und Kinnbart und nackten Oberkörper. Er trägt eine lange, eng-anliegende Hose; zornigwilden, doch edlen Blickes schaut er auf seine Siegerzurück. Die Germanin ist angetan mit einem kurzärmeligen Gewand, daseinen Teil der Brust freiläßt, und mit einem Mantel? sie blickt, das Hauptauf beide Hände stützend, traurig vor sich hin. Neben ihnen liegen Waffen,ein römischer Panzer und auf einem Kästchen oder Stein ein germanischerKöcher und ein Trinkhorn. Dahinter gewahrt man den schlechterhaltenenKopf eines germanischen Kindes." Das sind erschütternde Bilder, wie sie sichin jenem Schreckensjahr 8 v. Chr. um Oberaden herum darboten. Nun erst,nachdem der Sugambrerstamm in der Umgebung des Lagers völlig entwurzeltwar, mochten sich die Römer hier erst recht heimisch und sicher fühlen. Wietief sich die Erinnerung an die von uns zwischen Oberaden und Kamenfestgestellte Linie desMargarethenweges" im Sinne einer römischen Wehr-linie im Volksgedächtnis erhalten hat, geht aus der Gleichheit mit denelrenrins cle Nai-guevite" in Nordfrankreich (Languedoc) hervor, wo dieseWege unzweifelhaft und zwar in charakteristischem Sinne als Römerstraßengelten. Auch in unserm Fall hat sich der historische Name, freilich nur durchVermittlung der Kirche, erhalten. Daß wir aber um Oberaden wirklich einSondergebiet haben, zeigt uns unser folgendes Kapitel.

VIII. Das heutige Dialektgebiet um Oberaden als Sonderbezirknach Wegführung der Sugambrer

Daß das Umland des Römerlagers bei Oberaden ein kulturelles Sonder-gebiet gewesen und aus besonderen Gründen geworden sein müsse, hat bereits1907 Herr Oberstudiendirektor Dr. Beisenherz in seiner ausgezeichneten Disser-tation:Der Vokalismus im östlichen Landkreis Dortmund" mit überzeugen-der Deutlichkeit nachgewiesen, wobei ihm seine Herkunft aus Kurl bei Dort-mund wie mir bei meiner Alisoforschung meine Abstammung aus Husen beiKurl zugute kam. Da ich meine erste Vorbildung in der Volksschule zuMethler, wo ich später Pfarrer wurde, empfing, so diente ich also meinerHeimatgemeinde im Haupt und Nebenberuf. Der plattdeutschen Sprache